Deutschland| Bildungsausländer nach den 20 wichtigsten Herkunftsländern – Zunehmend mehr Iraner

Fast jeder zweite Bildungsausländer an deutschen Hochschulen ist europäischer Herkunft. Rund 26% aller Bildungsausländer stammen aus osteuropäischen und 19% aus westeuropäischen Ländern. Aus dem Europäischen Hochschulraum1 , der über die Grenzen Europas hinausreicht, sind 102.335 Bildungsausländer nach Deutschland gekommen. Sie stellen insgesamt 47% aller Bildungsausländer. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich besonders die Zahl der Studierenden aus Westeuropa erhöht (+7%). Die Zahl der aus Asien stammenden Bildungsausländer stieg allerdings noch stärker an (+11%). Inzwischen sind 37% aller Bildungsausländer asiatischer Herkunft. Auch die Zahl der Studierenden aus Amerika hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht (+10%).

Der positive Trend in Bezug auf Asien ergibt sich größtenteils durch die starke Zunahme der Studierenden aus Südasien um 29%. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Studierenden aus dieser Region um 175% gestiegen, während die allgemeine Zuwachsrate der Bildungsausländer bei 21% lag.

Diese Entwicklung ist vor allem auf das hohe Interesse indischer Studierender an Deutschland zurückzuführen. Ihre Zahl hat sich allein von 2013 auf 2014 um 29% erhöht. Inzwischen belegt Indien mit 9.372 Studierenden erstmals Rang drei der wichtigsten Herkunftsländer. An der Spitze stehen nach wie vor China und Russland. Die 28.381 chinesischen und 11.126 russischen Studierenden machen zusammen knapp ein Fünftel aller Bildungsausländer in Deutschland aus. Weitere wichtige Herkunftsländer sind wie schon in den Vorjahren Österreich, Bulgarien und die Türkei. Auch die Ukraine, Frankreich, Polen und Italien gehören zu den zehn Herkunftsländern mit den höchsten Studierendenzahlen; dabei lässt sich vor allem für Italien eine beträchtliche Steigerung von 13% feststellen.

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In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Studenten aus dem Iran verdoppelt, lag die Zahl 2004 noch bei 2.782, so ist sie im Jahre 2014 bereits auf 5463 angestiegen.

1 Zum Europäischen Hochschulraum gehören neben allen europäischen Staaten Armenien, Aserbaidschan, Georgien und Kasachstan. In addition to all European countries, the European Higher Education Area includes Armenia, Azerbaijan, the Georgian Republic and Kazakhstan.

2 Im Unterschied zu den Ausgaben von Wissenschaft weltoffen vor 2011 werden Griechenland und die Türkei zu Osteuropa gezählt. Dies ist auch in den Zeitreihen berücksichtigt. Contrary to the Wissenschaft weltoffen issues prior to 2011, Greece and Turkey are included under Eastern Europe. This is also taken into account in the time series.

Quelle Abb. a12–a14: Statistisches Bundesamt, Studierendenstatistik

Die stärkste Zunahme von Bildungsausländern an deutschen Hochschulen von 2012 bis 2014 erreichen die Vereinigten Arabischen Emirate und Bangladesch. Ihre Zuwachsrate beträgt 120% bzw. 107%. Auch Saudi-Arabien (74%), Indien (63%) und Zypern (61%) weisen sehr hohe Werte auf.

Bildungsausländer aus Indien zeichnen sich durch einen hohen Anteil an abschlussbezogener Mobilität aus. Ähnlich wie Bildungsausländer aus arabischen und afrikanischen Staaten, aber auch aus Österreich haben sich von ihnen so gut wie alle an den deutschen Hochschulen eingeschrieben, um hier einen Abschluss zu erlangen. Auch die Studierenden aus den beiden wichtigsten Herkunftsländern, aus China und Russland, wollen zu 93% ihr Studium in Deutschland mit einem Examen beenden.

In den Bundesländern sind die Herkunftsregionen der Bildungsausländer unterschiedlich repräsentiert. In den meisten Bundesländern stellt Asien den größten Anteil, besonders hohe Werte von über 50% verzeichnen dabei Sachsen-Anhalt und Thüringen. An den saarländischen Hochschulen sind allerdings westeuropäische Studierende die größte Gruppe, an den brandenburgischen Hochschulen trifft dies auf Osteuropäer zu.

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Allein zwischen 2012 und 2014 lag die Zunahme an iranischen Studenten bei 32,2 %. (A15) Einen deutschen Abschluß zu erreichen lag bei den iranischen Studenten im Jahr 2014 bei 97,7%, Lediglich 2,3 % der Iraner strebten keinen deutschen Abschluß an. (A16)

Die komplette Studie „Wissenschaft weltoffen“ des DAAD aus dem Jahre 2015 findet sich hier.

Veröffentlicht am 23. Juli 2015 in 2004, 2014, Deutschland, Iran, Studenten und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Deutschland| Bildungsausländer nach den 20 wichtigsten Herkunftsländern – Zunehmend mehr Iraner.

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