Mediendienst Integratiobn| GUTACHTEN: Warum unser Asylsystem zum Bearbeitungsstau führt

Der große Antragsstau in deutschen Asylbehörden ist nicht allein auf die steigenden Asylbewerberzahlen zurückzuführen. Das geht aus einem Gutachten hervor, das der Politikwissenschaftler Dietrich Thränhardt für den MEDIENDIENST verfasst hat. Während einige Nachbarländer ihre Verfahren straffen und effektiver gestalten, halte Deutschland weiter an einem ineffizienten System fest, erklärt er darin.

Der Zahl unerledigter Anträge wächst von Jahr zu Jahr. Grafik: MEDIENDIENST

Die Politik sucht nach Lösungen für die akute Überlastung von Kommunen und Aufnahmeeinrichtungen. Die zentrale Frage lautet: Wie können Asylanträge schneller bearbeitet werden? Damit sich das zuständige Personal beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vorrangig auf die Anerkennungsverfahren konzentrieren kann, müsse das Asylverfahren reformiert werden, schreibt Migrationsforscher Dietrich Thränhardt in einem Gutachten für den MEDIENDIENST. Vor allem zwei Praktiken im Asylverfahren hält er für fragwürdig: die „Widerrufsprüfung“ und der Umgang mit sogenannten Dublin-Fällen.

WIDERRUFSPRÜFUNG: Wird ein Asylantrag positiv entschieden, erhalten Asylsuchende eine Aufenthaltserlaubnis – doch die ist nur für drei Jahre gültig. Danach muss das BAMF erneut prüfen und entscheiden, ob der Asyl- oder Flüchtlingsstatus widerrufen wird. „Die sogenannte Widerrufsprüfung ist gesetzlich vorgeschrieben und erfolgt bei jedem einzelnen Fall und nicht anlassbezogen“, kritisiert Thränhardt. „Dieses Vorgehen gibt es nur in Deutschland.“

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GUTACHTEN

Veröffentlicht am 31. Juli 2015 in Asylsystem, Deutschland und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Mediendienst Integratiobn| GUTACHTEN: Warum unser Asylsystem zum Bearbeitungsstau führt.

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