Archiv der Kategorie: Frauen

Spiegel| Iranische Frauen beim Motocross….. Roooooar!

Frauen in Iran ist es verboten, in der Öffentlichkeit Motorrad zu fahren. Doch ohne ihre Maschine könnte Behnaz Shafiei nicht leben. Also kämpfte die 26-Jährige für ihren Traum – wie diese Bilder zeigen.

Iranische Frauen beim Motocross: Roooooar!

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ARD| Iran / Schwangerschaftsabbruch – 01.02.2015

Im Iran begehren immer mehr junge Menschen gegen Tradition und Doppelmoral auf, es gibt mehr Scheidungen und auch die Zahl der illegalen Abtreibungen steigt drastisch, wie Reinhard Baumgarten berichtet

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Deutschlandradio| MAHDIEH MOHAMMADKHANI: Verbotene Stimme aus dem Iran

Von Bamdad Esmaili

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Die iranische Musikerin Mahdieh Mohammadkhani mit dem Dastan Ensemble
Die iranische Musikerin Mahdieh Mohammadkhani mit dem Dastan Ensemble während ihres Kölner Konzerts. (Foto: Bamdad Esmaili)

Frauen dürfen im Iran nicht in der Öffentlichkeit singen. Das strikte Gesangsverbot gilt sogar für traditionelle Musik. Mahdieh Mohammadkhani ist im Iran durch das Internet trotzdem zum Star geworden. Die Newcomerin ist das neue Gesicht der traditionellen iranischen Musik.

Mahdieh Mohammadkhani ist grade mal 28 Jahre jung, doch als Sängerin erlebte sie schon nach zwei Jahren ihren Durchbruch. Im Iran ist die Newcomerin die zur Zeit wohl angesagteste Sängerin für traditionelle iranische Musik. Und das obwohl es in dem Land Frauen verboten ist, öffentlich zu singen, seitdem die islamische Religionsführer vor gut 36 Jahren die Macht übernahmen.

Das Gesangsverbot ist eigentlich untypisch für den Iran, denn historisch gab es vor der islamischen Revolution immer wieder Frauen, die als Sängerinnen in Erscheinung traten. Für Mahdieh Mohammadkhani bedeutete das Verbot, dass sie sich erst mit 22 Jahren entschloss, eine Karriere als Sängerin einzuschlagen.

„Das Singen war schon immer meine große Liebe. Es hat mich seit meiner Kindheit unbewusst begleitet. Ich erinnere mich, dass es mein erster Berufswunsch als Kind war, vielleicht mit vier oder fünf Jahren, Sängerin zu werden. Mit 20 habe ich mich nochmal an meinem Kindheitstraum erinnert und dachte, vielleicht kann ich ja diesen Traum verwirklichen.“

Die Musterschülerin studiert aber zunächst Architektur. Erst als Mahdieh Mohammadkhani das Studium abschließt, beginnt sie in Teheran damit, Gesangsunterricht zu nehmen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es auch Kurse für Frauen gibt, die dort traditionelle persische Musik singen. Aber in der Akademie entdeckte ich einen Kurs. Von der ersten Stunde an fühlte ich mich magisch angezogen. Diesen Gesangskurs besuche ich bis heute.“

In der Gesangslehre von Mohammad Reza Shajarian

Dort wurde Mahdieh Mohammadkhani mit allen „Dastgah´s“ – den Modi der traditionellen iranischen Musik – vertraut gemacht. Zudem erkannte der renommierten Sänger und Musiklehrer Mohammad Reza Shajarian ihr Talent . Er nahm sie in seinen begehrten Gesangs-Kursen auf. Im vergangenen Jahr schaffte Mohammadkhani mit ihrem Debütalbum „Darya Del“ und den Song „Khooshe chin“ den Durchbruch und wurde prompt zum Liebling von Fans der traditionellen iranischen Musik.

Öffentliche Konzerte darf Mahdieh Mohammadkhani wegen des Gesangsverbots im Iran bis heute nicht geben. Dennoch sorgte kürzlich ein Video im Netz für Aufregung. In dem Film war ein Auftritt der Sängerin mit dem Ensemble „Mah“ und dem Komponisten Majid Darakhshani in Teheran zu sehen. Im Beisein des iranischen Kulturministers. Die Nachricht verbreitete sich in den sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer: Zum ersten Mal seit 36 Jahren, traute sich eine Sängerin, das Tabu zu brechen. Mahdieh Mohammadkhani wurde im Netz als Heldin gefeiert. Doch die Meldung erwies sich schnell als falsch.

„Ich frage mich immer noch, wer dieses Gerücht verbreitet hat. Denn es war nicht so. Wir haben für eine gemeinnützige Organisation ein kostenloses, privates Konzert gegeben. Da wurde auch das Video aufgenommen. Danach wurde dieses Gerücht verbreitet“

Kritiker werden eingeschüchtert

Über das Gesangsverbot spricht Mahdieh Mohammadkhani noch immer nur sehr vorsichtig. Denn die Regierung in Teheran nutzt jede Gelegenheit, um ihre Kritiker einzuschüchtern. Erst vor Kurzem wurde Mohammadkhanis Förderer, der Musiker Majid Derakhshani, am Flughafen an der Ausreise gehindert. Sein Pass wurde ihm abgenommen. Eine offizielle Begründung gab es nicht, aber der Verdacht liegt nahe, dass das Regime Derakhshanis Engagement für iranische Sängerinnen bestraft.

Immer wieder hat er sich kritisch in ausländischen Medien über die Lage weiblicher Musikerinnen im Iran geäußert. Derakhshani hat außerdem eine Band gegründet, in der nur Frauen spielen. Tar-Spieler Hamid Motebassem, der lange in Deutschland gelebt hat, ist zur Zeit mit seinem Ensemble Dastan gemeinsam mit Mahdieh Mohammadkhani auf Europatour.

Hamid Motebassem: Sie hat eine sehr saubere Stimme, die Intonationen sind perfekt. Und das ist eine Schande für eine Nation, dass die Frauen still bleiben müssen. Aber indem wir mit einer Sängerin arbeiten, fördern wir auch die Frauen im Iran.“

Mahdieh Mohammdkhani ist trotz des Gesangsverbotes zum neuen Star der persischen Musikszene geworden. Weil sie keine CDs verkaufen darf und ihre Musik auch nicht im Radio gespielt wird, wurde sie vor allem dank des Internets und ihrer Musikvideos im Iran bekannt. Um ein weiteres Zeichen gegen die Unterdrückung iranischer Künstlerinnen zu setzen, hat die junge Frau vor kurzem das Frauen Ensemble „Shahnava“ gegründet. Ihr größter Wunsch? In ihrer Heimat aufzutreten.

„Ich glaube, jede Frau wünscht sich das. Dass sie frei und ungehemmt das, wofür ihr Herz schlägt, was ihre größte Leidenschaft im Leben ist, ausüben kann. Mir geht es genauso. Ich wünsche mir, dass ich eines Tages im Iran singen darf und jeder diese klassische iranische Musik hören kann.“

Am Sonntag, dem 18. Januar 2015, singt Mahdieh Mohammadkhani mit dem Dastan Ensemble ab 18:00 Uhr live in Münster.

Quelle: Deutschlandradio

Die persische Gattin – Von der Herausforderung, im Iran zu heiraten

14.11.2014 | 49:42 Min. | Quelle: Deutschlandfunk

Anna heiratet in Deutschland schlicht und standesamtlich Ahmed, einen Iraner. Dann fährt sie mit ihm in sein Geburtsland, um die Verwandten kennen zulernen. Sie wird als Ahmeds Ehefrau mit Respekt und Zuneigung behandelt. Doch auf einer Erkundungsreise durch den Iran muss Anna feststellen, dass ihre deutsche Heiratsurkunde nicht zählt. http://www.deutschlandfunk.de,

Das Feature Direkter Link zur Audiodatei http://ondemandmp3.dradio.de/file/dradio/2014/11/14/dlf_20141114_2010_b4b539a9.mp3

Frauenrechte in Afghanistan: Anlass zur Hoffnung

Trotz vieler Defizite ist für Frauen in Afghanistan in den vergangenen Jahren viel erreicht worden. Es ist jedoch fraglich, ob diese Errungenschaften auch nach 2014 bewahrt und ausgebaut werden können. Von Gabriel Dominguez

Auf dem Gebiet der Frauenrechte hat Afghanistan seit dem Sturz des Taliban-Regimes 2001 große Fortschritte gemacht. Die Gleichheit von Mann und Frau ist in der Verfassung festgeschrieben. Mehr als 2,8 Millionen Mädchen gehen zur Schule, Frauen stellen knapp 30 Prozent der Abgeordneten in der Nationalversammlung.

Die ehemalige Regierung Karzai hatte das internationale Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau (CEDAW) unterzeichnet und 2009 das afghanische Gesetz über die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen in Kraft gesetzt. Letzteres stellt nicht nur Vergewaltigung, Misshandlung und andere Gewaltanwendung gegen Frauen unter Strafe, sondern beispielsweise auch Zwangsheiraten, Kinderehen, den Kauf beziehungsweise Verkauf von Frauen zur Streitschlichtung.

Gesetze sind eine Sache, eine andere ist ihre Verwirklichung im Alltag. Hier setzt die Kritik von UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay an. Sie bilanzierte im Dezember 2013, dass das Gesetz über Gewalt gegen Frauen nur zäh und stockend umgesetzt werde. Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte seien zurückhaltend bei der Anwendung der gesetzlichen Instrumente zum Schutz der Frauen.

Täter können auf „verständnisvolle Justiz“ rechnen

Die Strafverfolgungsbehörden griffen häufig zum Instrument der Schlichtung, anstatt die vorhandenen gesetzlichen Möglichkeiten zum Schutz der Frauen auszuschöpfen, sagen Kritiker wie Sari Kuovo vom Afghanistan Analysts Network. „Die Täter erhalten die Gerechtigkeit, die sie selbst für richtig halten, vorausgesetzt, sie haben die richtigen Beziehungen und Telefonnummern.“ Die Expertin spricht von einer „korrupten und von der Politik abhängigen Justiz“.

Der ehemalige afghanische Präsident Hamid Karzai; Foto: Reuters

Erster Schritt zur Stärkung der Frauenrechte: Das vom früheren Präsidenten Hamid Karzai 2009 erlassene Gesetz zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen stellte erstmals Vergewaltigung, Gewalt in der Familie und Zwangsheirat unter Strafe.

Das Parlament verabschiedete einen Gesetzentwurf, der es Zeugen praktisch verbietet, gegen Verwandte auszusagen, die wegen Gewalt oder sonstiger Vergehen gegen Frauen vor Gericht stehen. Erst nach internationaler Kritik an dem „Anti-Frauen-Gesetz“ ordnete der frühere Präsident Karzai Änderungen an dem Gesetzentwurf an.

„Diskriminierende Praktiken“

Obwohl sich der Westen beim Sturz der Taliban auch die Frauenrechte auf die Fahnen geschrieben habe, bleibe Afghanistan eine patriarchalische Gesellschaft, konstatiert Sari Kuovo. „Die Entscheidungen über das Leben der Frauen hängt weitgehend vom Willen der Väter und Ehemänner ab“, so Kuovo. Ihre Einschätzung entspricht derjenigen von Phumzile Mlambo-Ngcuka, Executive Director der Organisation UN Women.

Sie sieht Frauen in Afghanistan auf allen Gebieten im Hintertreffen, ob Bildung, Arbeitsmarkt oder Politik, Grund seien „weit verbreitete diskriminierende kulturelle Praktiken.“ Der Südafrikanerin zufolge sind fast 90 Prozent aller Afghaninnen Opfer von Gewalt geworden, wobei Gewalt physisch, psychisch, sexuell, wirtschaftlich oder gesellschaftlich aufgefasst wird. In jüngster Zeit seien Morde und Drohungen gegen hochrangige afghanische Regierungsmitarbeiterinnen hinzugekommen.

Errungenschaften in Gefahr

Rula Ghani; Foto: Esmat Mohib

Hoffnungsträgerin Rula Ghani? Nach der Präsidentschaftswahl vom vergangenen September zieht mit Rula Ghani erstmals seit Langem wieder eine First Lady in den afghanischen Präsidentenpalast, die ihre Rolle selbstbewusst ausfüllen will. Ihr Interesse gilt insbesondere den Frauen- und Kinderrechten in Afghanistan.

Sudabeh Mortezais fulminanter Durchbruch

MACONDO

MACONDO / Bild: Freibeuter Film 

Sudabeh Mortezai mied die Filmakademie, um sich ihre Kreativität zu bewahren. Ihr erster Spielfilm „Macondo“ gilt schlichtweg als Meisterwerk.

 (Die Presse)

In Ludwigsburg als Tochter iranischer Einwanderer geboren, in Teheran aufgewachsen, mit zwölf nach Wien gekommen und beim Film gelandet. Dazwischen liegen Matura, das Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien und eine zweijährige Filmausbildung an der University of California in Los Angeles. „Dort habe ich elementare Dinge über das Filmemachen gelernt – und zwar quer durch alle Bereiche“, blickt Drehbuchautorin und Regisseurin Sudabeh Mortezai zurück.

„Alles andere habe ich mir im Wesentlichen selbst beigebracht. Ich bin Autodidaktin und bin mir nicht sicher, ob mir das rigide System einer Filmschule nicht sogar meine Kreativität ausgetrieben hätte.“ 2006 folgt ihre erste abendfüllende Dokumentation „Children of the Prophet“, die hervorragende Kritiken bekommt und in ganz Österreich im Kino läuft. Der zweite Dokumentarfilm „Im Bazar der Geschlechter“, der die im Iran weitverbreitete Praxis der Zeitehe beleuchtet, avanciert 2009 europaweit zum Festivalerfolg und ebnet Mortezai den Weg zum ersten Langspielfilm „Macondo“, der am 14. November ins Kino kommt und den vorläufigen Höhepunkt in der Karriere der 46-Jährigen markiert.

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TA| Scheidung auf Persisch

Iranische Frauen werden selbstbewusst: Sie trennen sich von ihren Männern und feiern das ganz offen.

Das Selbstverständnis der Iranerinnen hat sich in den vergangenen Jahren verändert: Frauen in der Hosseyniyeh Ershad Moschee in Teheran. (Archivbild)

Das Selbstverständnis der Iranerinnen hat sich in den vergangenen Jahren verändert: Frauen in der Hosseyniyeh Ershad Moschee in Teheran. (Archivbild) Bild: Keystone

Iraner haben einen Hang zur sorgsam gepflegten Melancholie. Aber sie feiern auch gern, die unfrommen Partys der Besserverdienenden von Teheran sind so legendär, wie sie bei den Sittenwächtern der Islamischen Republik verrufen sind. Nun müssen die obersten Geistlichen sich noch mehr grämen: Iranische Frauen trennen sich immer häufiger von ihren Ehemännern und schmeissen zur Feier des ersten Tages ohne Gatten auch noch ausgelassene «Scheidungspartys». «Satanisch» war das Einzige, was einem der Islamgelehrten zu der Tatsache einfiel, dass die Frauen im schiitischen ­Gottesstaat auch im Eheleben eigene Wege gehen und diese nicht den Vorstellungen der Männer entsprechen.

Die Scheidungsrate ist auf 20 Prozent gestiegen in einem Staat, in dem die Ehe die einzige rechtmässige Form von Partnerschaft ist, die Lebensgemeinschaft häufig von den Eltern arrangiert wird und die Regierung eine hohe Kinderzahl «im Interesse der starken Nation» ein­fordert.Scheidung auf Wunsch der Frau ist da nicht gern gesehen.

Dass dennoch immer mehr Frauen aus der Ehe flüchten und den Abschied auch noch feiern, zeigt: Das Selbstverständnis der Iranerinnen hat sich in den vergangenen Jahren verändert. An den Unis sind 60 Prozent der Studenten Frauen, im Arbeits- und Geschäftsleben spielen sie eine andere Rolle als in betont konservativen Gesellschaften wie Saudiarabien, Kuwait oder Jordanien: Viele Iranerinnen sind finanziell nicht mehr so abhängig von ihren Ehemännern. «Früher heiratete die Frau und fügte sich», zitiert die Agentur Reuters einen Soziologen. «Heute geht sie, wenn sie unglücklich ist.»

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