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Deutschlandradio| MAHDIEH MOHAMMADKHANI: Verbotene Stimme aus dem Iran

Von Bamdad Esmaili

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Die iranische Musikerin Mahdieh Mohammadkhani mit dem Dastan Ensemble
Die iranische Musikerin Mahdieh Mohammadkhani mit dem Dastan Ensemble während ihres Kölner Konzerts. (Foto: Bamdad Esmaili)

Frauen dürfen im Iran nicht in der Öffentlichkeit singen. Das strikte Gesangsverbot gilt sogar für traditionelle Musik. Mahdieh Mohammadkhani ist im Iran durch das Internet trotzdem zum Star geworden. Die Newcomerin ist das neue Gesicht der traditionellen iranischen Musik.

Mahdieh Mohammadkhani ist grade mal 28 Jahre jung, doch als Sängerin erlebte sie schon nach zwei Jahren ihren Durchbruch. Im Iran ist die Newcomerin die zur Zeit wohl angesagteste Sängerin für traditionelle iranische Musik. Und das obwohl es in dem Land Frauen verboten ist, öffentlich zu singen, seitdem die islamische Religionsführer vor gut 36 Jahren die Macht übernahmen.

Das Gesangsverbot ist eigentlich untypisch für den Iran, denn historisch gab es vor der islamischen Revolution immer wieder Frauen, die als Sängerinnen in Erscheinung traten. Für Mahdieh Mohammadkhani bedeutete das Verbot, dass sie sich erst mit 22 Jahren entschloss, eine Karriere als Sängerin einzuschlagen.

„Das Singen war schon immer meine große Liebe. Es hat mich seit meiner Kindheit unbewusst begleitet. Ich erinnere mich, dass es mein erster Berufswunsch als Kind war, vielleicht mit vier oder fünf Jahren, Sängerin zu werden. Mit 20 habe ich mich nochmal an meinem Kindheitstraum erinnert und dachte, vielleicht kann ich ja diesen Traum verwirklichen.“

Die Musterschülerin studiert aber zunächst Architektur. Erst als Mahdieh Mohammadkhani das Studium abschließt, beginnt sie in Teheran damit, Gesangsunterricht zu nehmen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es auch Kurse für Frauen gibt, die dort traditionelle persische Musik singen. Aber in der Akademie entdeckte ich einen Kurs. Von der ersten Stunde an fühlte ich mich magisch angezogen. Diesen Gesangskurs besuche ich bis heute.“

In der Gesangslehre von Mohammad Reza Shajarian

Dort wurde Mahdieh Mohammadkhani mit allen „Dastgah´s“ – den Modi der traditionellen iranischen Musik – vertraut gemacht. Zudem erkannte der renommierten Sänger und Musiklehrer Mohammad Reza Shajarian ihr Talent . Er nahm sie in seinen begehrten Gesangs-Kursen auf. Im vergangenen Jahr schaffte Mohammadkhani mit ihrem Debütalbum „Darya Del“ und den Song „Khooshe chin“ den Durchbruch und wurde prompt zum Liebling von Fans der traditionellen iranischen Musik.

Öffentliche Konzerte darf Mahdieh Mohammadkhani wegen des Gesangsverbots im Iran bis heute nicht geben. Dennoch sorgte kürzlich ein Video im Netz für Aufregung. In dem Film war ein Auftritt der Sängerin mit dem Ensemble „Mah“ und dem Komponisten Majid Darakhshani in Teheran zu sehen. Im Beisein des iranischen Kulturministers. Die Nachricht verbreitete sich in den sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer: Zum ersten Mal seit 36 Jahren, traute sich eine Sängerin, das Tabu zu brechen. Mahdieh Mohammadkhani wurde im Netz als Heldin gefeiert. Doch die Meldung erwies sich schnell als falsch.

„Ich frage mich immer noch, wer dieses Gerücht verbreitet hat. Denn es war nicht so. Wir haben für eine gemeinnützige Organisation ein kostenloses, privates Konzert gegeben. Da wurde auch das Video aufgenommen. Danach wurde dieses Gerücht verbreitet“

Kritiker werden eingeschüchtert

Über das Gesangsverbot spricht Mahdieh Mohammadkhani noch immer nur sehr vorsichtig. Denn die Regierung in Teheran nutzt jede Gelegenheit, um ihre Kritiker einzuschüchtern. Erst vor Kurzem wurde Mohammadkhanis Förderer, der Musiker Majid Derakhshani, am Flughafen an der Ausreise gehindert. Sein Pass wurde ihm abgenommen. Eine offizielle Begründung gab es nicht, aber der Verdacht liegt nahe, dass das Regime Derakhshanis Engagement für iranische Sängerinnen bestraft.

Immer wieder hat er sich kritisch in ausländischen Medien über die Lage weiblicher Musikerinnen im Iran geäußert. Derakhshani hat außerdem eine Band gegründet, in der nur Frauen spielen. Tar-Spieler Hamid Motebassem, der lange in Deutschland gelebt hat, ist zur Zeit mit seinem Ensemble Dastan gemeinsam mit Mahdieh Mohammadkhani auf Europatour.

Hamid Motebassem: Sie hat eine sehr saubere Stimme, die Intonationen sind perfekt. Und das ist eine Schande für eine Nation, dass die Frauen still bleiben müssen. Aber indem wir mit einer Sängerin arbeiten, fördern wir auch die Frauen im Iran.“

Mahdieh Mohammdkhani ist trotz des Gesangsverbotes zum neuen Star der persischen Musikszene geworden. Weil sie keine CDs verkaufen darf und ihre Musik auch nicht im Radio gespielt wird, wurde sie vor allem dank des Internets und ihrer Musikvideos im Iran bekannt. Um ein weiteres Zeichen gegen die Unterdrückung iranischer Künstlerinnen zu setzen, hat die junge Frau vor kurzem das Frauen Ensemble „Shahnava“ gegründet. Ihr größter Wunsch? In ihrer Heimat aufzutreten.

„Ich glaube, jede Frau wünscht sich das. Dass sie frei und ungehemmt das, wofür ihr Herz schlägt, was ihre größte Leidenschaft im Leben ist, ausüben kann. Mir geht es genauso. Ich wünsche mir, dass ich eines Tages im Iran singen darf und jeder diese klassische iranische Musik hören kann.“

Am Sonntag, dem 18. Januar 2015, singt Mahdieh Mohammadkhani mit dem Dastan Ensemble ab 18:00 Uhr live in Münster.

Quelle: Deutschlandradio

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DLR| LANGTUNES: Verbotener Indie-Rock aus dem Iran

Für die Band ist es fast nicht möglich, in ihrer streng religiösen Heimat aktiv zu sein

Die Rockband Langtunes aus dem Iran
Die Rockband Langtunes aus dem Iran (Parvenue Records)

Im Iran ist Rockmusik streng verboten. Wer sich nicht daran hält, dem drohen harte Strafen. Die Langtunes aus Teheran haben deshalb ihre Heimat verlassen und in Deutschland ihr Debütalbum aufgenommen.

Der erste Höreindruck täuscht. Auch wenn Langtunes mit ihren schnellen Gitarren, Synthies und rockigen Sounds nach einer britischen Indie-Rock-Band klingen, kommen die vier Musiker aus der iranischen Hauptstadt Teheran. Gesungen wird bei ihnen ausschließlich auf Englisch, erklärt Sänger Behrooz Moosavi:

„Bevor wir uns in der Underground-Szene etabliert haben, haben wir ein oder zwei Songs auf Persisch gesungen. Aber die persische Sprache ist eine sehe romantische und komplizierte Sprache. Sie versperrt uns den Weg, wenn wir uns einfach ausdrücken wollen.“

Langtunes haben sich vor fünf Jahren in Teheran gegründet, berichtet der 29-jährige Frontmann der Band, der in seiner Heimat als Software-Ingenieur arbeitet. Ausgerechnet 2009 – in dem Jahr, als es zu blutigen Auseinandersetzungen wegen der Wahlfälschung von Präsident Ahmadinedschad kam.

„Die ersten Songs von uns waren von der damaligen Stimmung im Land beeinflusst, sie waren politisch. Aber danach haben wir unseren Stil gefunden. Wir sind keine politische Band. Unsere Texte beschreiben unsere Erlebnisse im Alltag. Sie können romantisch sein und spiegeln zum Beispiel unsere Erfahrungen im Ausland wider. Für uns ist der Sound wichtiger. Wenn der Text dann dazu passt, schön, wenn nicht, sind wir nicht so empfindlich.“

Rocker werden als Satanisten beschimpft

Für Langtunes ist es fast nicht möglich, im streng religiösen Iran aktiv zu sein. In einem Land, in dem westliche Musik verboten ist. In dem Frauen nicht singen dürfen und in dem persisch singende Alternativ-Musiker nur heimlich im Untergrund existieren können. Rocker werden als Satanisten beschimpft. Eine Genehmigung für öffentliche Auftritte gibt es nicht. CDs zu veröffentlichen, erlaubt das strenge Kulturministrium „Ershad“ ebenfalls nicht. Deshalb ist die Band nach Deutschland gereist, um hier ihr Debütalbum „Teherantor“ aufzunehmen, freut sich Gitarrist Kamyar Keramati:

„Wir haben es erst gar nicht versucht zum Kulturministerium zu gehen. Wir sind überhaupt froh, dass die uns weitestgehend in Ruhe gelassen haben und nicht meckern, dass wir Rock Musik machen und uns als Satanisten beschimpfen. Wir wollten es gar nicht so weit kommen lassen. Wir sahen auch keinen Hoffnungsschimmer. Es gab Bands, die auf Persisch gesungen haben und bekamen keine Genehmigung. Was sollen wir dann sagen, mit unseren englischen Texten? Außerdem diese schnellen, provakanten Rhythmen – es hat keinen Sinn gehabt, wir haben es gar nicht versucht.“

Sänger Behrooz Moosavi bezeichnet sein Heimatland Iran als „Land der Gegensätze“. Die Situation ist paradox, denn auf der einen Seite gäbe es strenge Regeln und Gesetze, auf der anderen Seite missachten die meisten Leute diese Vorschriften. Oft geht es gut. Wenn man erwischt wird, kann es aber auch böse Folgen haben.

„Einmal wollten wir mit Freundinnen zu einer Party. Wir hatten unsere Instrumente dabei gehabt und auch Alkohol. Unterwegs wurden wir angehalten und als sie unsere Gitarren und die Wodkaflasche entdeckt hatten, wurden wir verhaftet. Auch unser Aussehen und wie wir uns anziehen regt sie auf.“

Neun Monate Haft und 160 Peitschenhiebe

Bass-Spieler Garen und Behrooz Moosavi wurden zu neun Monaten Haft und 160 Peitschenhieben verurteilt. Weil sie ihre Freundinnen dabei hatten und in einer nichtehelichen Beziehung lebten, Alkohol dabei hatten und zu westlich aussahen. Allerdings wird die Strafe erst dann vollzogen, wenn sie erneut erwischt werden. Unter solchen Umständen können die Langtunes in der geheimen Indie-Rock-Szene im Iran nicht musizieren. Übers Internet verbreiten sie ihre Musik und schicken ihre Demo-CDs an Festivalorganisatoren. Vor drei Jahren kamen sie dann das erste Mal nach Deutschland, erinnern sich Gitarrist Kamyar und Sänger Behrooz.

Behrooz: „Wir spielten auf einem Festival. Das Jahr danach wurden wir schon für 17, 18 Gigs gebucht. Immer mehr Menschen kannten uns, die Promoter haben uns weiterempfohlen. Unser Netzwerk wurde immer größer und größer. Diesen Sommer wurden wir für 27 Konzerte gebucht.“

Kamyar: „In Deutschland gibt es die meisten Festivals im Sommer. Dann hat uns jetzt ein Label hier unter Vertrag genommen. Was wollen wir mehr? Ich glaube wir sind jetzt soweit, dass wir von Deutschland aus durchstarten können.“

Tatsächlich gelten die Indie-Rocker aus dem Iran als Exoten. Immerhin touren Sie mit ihren Künstlervisa auf europäischen Festivals. Anfang Januar werden die Langtunes wieder in den Iran gehen. Die ersten Früchte ihres Erfolgs scheinen die vier Musiker mittlerweile in Deutschland zu ernten:

„Wenn man mir sagt, dass ich morgen sterben würde, dann bin ich nicht traurig. Ich sage, ich habe meine Arbeit getan und bin glücklich. Klar, gerne würden wir noch viel Geld verdienen und vor Tausenden im Stadion spielen. Aber ich denke, alle meine Wünsche sind jetzt wahr geworden und ich lebe jetzt in meinem Traum.“

Quelle:Deutschland Radio Kultur

Badische Zeitung| Fotograf porträtiert Rockbands in Teheran – anonym

Verbotene Bilder einer verbotenen Musik: Ein Fotograf, der anonym bleiben muss, porträtiert Rockbands in Teheran.

  1. „Wir warten noch immer, dass ein Retter auftaucht, selbstzufrieden mit dem, was wir verloren haben. Menschen, die entscheiden, für ihre Freiheit einzustehen, verbringen ihr Leben hinter Gittern“, schreibt Mareza (29) von der Band Vandida. Und weiter: „Wenn du in London Musik machst, ist es echt, egal wie deine Musik ist. Aber hier bleibt es ein Traum, egal wie ernst du es meinst.“ Foto: Anonym

  2. Die Country-Rock- Band Thunder gab im Januar ein staatlich genehmigtes Konzert vor 1400 Zuschauern – inklusive Nebel-maschine. Sänger Ardavan Anzabipour (eingekreist) glaubt an die neue Regierung. Er schrieb auf das Foto den Satz: „Du wirst sein, was du willst so sehr du es willst!“ Foto: Anonym

  3. „Einen Berg kann man nicht anketten – versuche, ein Berg zu sein“, singt Behnaz. von der Band Pi. Ihren Gitarristen hat sie auf Facebook kennen-gelernt. Der schreibt: „Ich starb, als ich die Wahrheit begriff, und ich wurde in eine neue Welt geboren, als ich musikalische Harmonie erkannte.“ Foto: Anonym

  4. Milad Mardakheh, der Sänger der Band Achromatic, schrieb den Song „Schilde und Revolver“ über das brutale Vorgehen der Regierung bei der Grünen Revolution 2009. „Lebe für das sterbende Licht der Hoffnung in dieser Hölle.“ Foto: Anonym

  5. 2007 gegründet, spielt die Band Achromatic Nu Metal und Alternative. „Leben wir in einem perfekten Traum?“ Foto: Anonym

  6. „Wir warten noch immer, dass ein Retter auftaucht, selbstzufrieden mit dem, was wir verloren haben. Menschen, die entscheiden, für ihre Freiheit einzustehen, verbringen ihr Leben hinter Gittern“, schreibt Mareza (29) von der Band Vandida. Und weiter: „Wenn du in London Musik machst, ist es echt, egal wie deine Musik ist. Aber hier bleibt es ein Traum, egal wie ernst du es meinst.“ Foto: Anonym

  7. Die Country-Rock- Band Thunder gab im Januar ein staatlich genehmigtes Konzert vor 1400 Zuschauern – inklusive Nebel-maschine. Sänger Ardavan Anzabipour (eingekreist) glaubt an die neue Regierung. Er schrieb auf das Foto den Satz: „Du wirst sein, was du willst so sehr du es willst!“ Foto: Anonym

e spielen Gitarre, eine Frau singt, sie tanzen: All das ist illegal. Im Iran kann sich Jugendkultur nur im Untergrund entfalten. Ein ausländischer Fotograf, der anonym bleiben muss, hat jahrelang um das Vertrauen der Musiker geworben. Hier einige seiner Bilder – Collagen aus beschrifteten Polaroids und Aufnahmen von Gebäuden in Teheran.
Im Festsaal einer Musikschule dreschen am helllichten Tag junge Männer auf Gitarren ein. Vor ihnen sitzen Jungs auf der einen, Mädchen mit Kopftüchern auf der anderen Seite. Es gibt Tee, kein Bier. Keiner singt mit, keiner wippt, keiner tanzt. So sieht ein staatlich genehmigtes Rockkonzert im Iran aus. Erschad, das Ministerium für Kultur und islamische Führung, und die Moralpolizei wachen darüber, dass das so bleibt.

Dabei gibt es im Iran alles, was es im Westen auch gibt. Kurze Röcke, Drogen und Alkohol, Prostituierte, Regimekritik und wilde Partys.

Freiheit, nur eben im Verborgenen, hinter Mauern und Fassaden, in Kellern, im Dunkeln, wenn die Nacht hereinbricht, auf dem Land, wo keiner hinschaut. Die Iraner kiffen am Steuer und jammen in der Küche. Doch sie dürfen sich dabei nicht erwischen lassen, Feiern ist genauso strafbar wie Homosexualität und Ehebruch. Für illegale Partys lautet die Strafe Peitschenhiebe, für Alkoholkonsum Gefängnis und im wiederholten Falle sogar Hinrichtung.

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Crystal meth, skinny jeans and underground bloggers — it’s the Iran you never see

Credit: Morteza Nikoubazl/Reuters

Women gaze at jewelery displayed at an international fair in Tehran.

Life in Iran’s capital Tehran might seem stodgy — think angry ayatollahs, black chadors and mobs exhorting „Death to America.“ That’s real, but so is the less visible side of Tehran: the illicit drugs, hipster fashion and outraged bloggers.

That side of the city is on display in City of Lies: Love, Sex, Death and the Search For Truth in Tehran, the latest book from Iranian author Ramita Navai.

Navai introduces us to a handful of unlikely Tehran residents. They’re composite characters, because sharing personal details with a reporter is still a very risky business in Tehran. „The regime does not want outsiders to see Iran in all its glory and all its color,“ Navai says.

But they’re all based in fact, she insists. The book starts with the story of a man whom Navai calls Dariush, a man in his 20s who leaves a comfortable life in the US to join the underground opposition in Iran — for love.

He bungles his attempt to assassinate a local police chief, resulting in what Navai describes as „a comedy of errors.“ We meet others, including Leyla, a beautiful working-class woman who falls into prostitution and meets her end in a hangman’s noose.

Navai says that flawed individuals leading these sorts of lives — neither good nor evil — are rarely seen in reporting about Iran. „It has social problems and the regime wants to hide some of the social problems,“ she says.

But, true to Navai’s theme, even the regime has nuance. „The regime can also be quite liberal about some of its social problems,“ she says. „So, for example, the regime has got quite liberal attitudes toward drug rehabilitation. There are crystal meth drug rehab centers, there are needle exchange centers, methadone centers. Condoms are given out to prostitutes.“

The complexities and contradictions of life in Iran forces many Tehran residents to lead double lives. They show public faces to please authorities and live private lives that are far different.

Navai argues that people who live in Tehran need to live a lie to survive. She describes meeting civil servants, for example, who pretended to pray in the office, despite their limited knowledge of the Koran.

But she also sees changes, in part due to Tehran’s growing youth culture. „They are striving to live a life that’s more true to themselves,“ she says. „I think you can see this in a real sexual awakening that’s happening in Tehran that spans all social classes. Young people are kind of behaving in a freer way as regards to sex and as regards to relating to each other. And I think this will have a trickle-down effect.“

She admits that she lives the lie, as well: „You lie about going to parties, you lie about alcohol being consumed at parties, you have to lie about certain people you may hang out with.“ But she’s hopeful the changing culture will change her need to lie: „I think this will mean — hopefully, maybe I’m being optimistic — but fewer lies.“

In a certain way, though, Navai sees the lies as „a very positive thing because [Iranians] are so obsessed with being true to themselves — you know, it’s really part of our culture, it’s in all our poetry, it’s in our literature — they are intent on living the lives that they want to live, even if that means they have to lie to do so.“

Source: PRI World

Zeit| Der Iran wird wieder Reiseland

Seit dem Ende der Ära Ahmadinedschad reisen wieder mehr Touristen in den Iran. Vor allem Studienreisen werden häufig gebucht. Das wirft auch unbequeme Fragen auf. VON 

Studienreisen: Nachfrage nach Iran-Reisen "enorm gestiegen"

Touristen in Persepolis  |  © John Moore/Getty Images

Karge Wüsten und Skiresorts, gletscherbedeckte Vulkane und fruchtbare Täler. Millionenmetropolen wie Teheran und unbewohnte Inseln wie Hengam, die lustvolle Poesie des persischen Dichters Hafis und ein konservativ-islamisches Regime, das den kleinsten Internetflirt kritisch beäugt. Offizielles Verbot sozialer Netzwerke und ein Präsident mit mehr als 230.000 Fans auf Twitter, in westlichen Köpfen verankerte Bilder vorbeihuschender Frauen im dunklen Tschador und ein gigantischer Markt für Mode, Schönheits-Operationen und Kosmetik: Der Iran ist ein Land, das kontrastreich wirkt und stets ein „Ja, aber“ provoziert. Seit jeher fasziniert das Land daher auch europäische Reisende. Das 1904 erschienene Buch Nach Isfahan des französischen Schriftstellers Pierre Loti etwa ist ein Klassiker der Orient-Reiseliteratur.

In diesem Jahr zieht es Touristen wieder verstärkt in den Iran. Das behauptet nicht nur die iranische Nachrichtenagentur Fars, das sagen auch Anbieter von Studienreisen. Von einem regelrechten Boom spricht Manfred Schreiber, Gebietsleiter für den Nahen Osten bei Studiosus: Seit dem Amtsantritt des alsvergleichsweise liberal geltenden Präsidenten Hassan Ruhani 2013 sei „die Nachfrage enorm gestiegen“. 2013 nahmen 500 Reisende an Studienreisen des Anbieters in den Iran teil, die Zahl der Buchungen habe sich im Vergleich dazu mehr als verdoppelt. Schon früher sei der Iran ein gut gebuchtes Reiseziel gewesen, sagt er. Während der Amtszeit des Präsidenten Ahmadinedschads sei die Nachfrage allerdings stark gesunken – schon direkt nach seiner Wahl 2005. „Als dann 2009 die Proteste gegen die Wahlmanipulation gewaltsam niedergeschlagen wurden, gingen die Buchungen noch stärker zurück.“

Auch beim Anbieter Gebeco, der das Land seit mehr als zehn Jahren im Programm hat, steigt die Nachfrage nach Studienreisen in den Iran: „Sie ist sogar so stark, dass wir in diesem Jahr Zusatztermine aufgelegt haben“, sagt Geschäftsführer Ury Steinweg.
Die Gründe dafür sieht er in der Vielzahl der kultur- und kunsthistorisch sehenswerten Orte. Tatsächlich ist die Liste der studientouristischen Ziele lang, 17 der Unesco-Weltkulturerbestätten befinden sich im Iran, etwa die Paradiesgärten von Schiras und die Ruinen von Persepolis.

Manfred Schreiber von Studiosus sagt, das große Interesse an Iran-Reisen hänge auch mit der medialen Präsenz zusammen: „Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht etwas über den Iran in den Medien erscheint. Unsere Gäste sind deshalb auch sehr an der Gegenwart und dem Alltag der Menschen vor Ort interessiert.“ Bei Studiosus gehören persönliche Begegnungen vor Ort zu jeder Reise – Begegnungen mit den Mitgliedern der deutschen evangelischen Gemeinde in Teheran, mit iranischen Künstlern und mit Ayatollahs.

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Iran: Rückkehr der Frauen in die Musik

Zu den großen „Errungenschaften“ der islamischen Revolution im Iran gehörte es unter anderem, den weiblichen Gesang in der Öffentlichkeit zu verbieten, und es dauerte lange, bis die ersten Frauenstimmen wieder in den iranischen Medien zu hören waren.
Madschid Darachschani, der einige Zeit in Deutschland in Köln gelebt hatte und hier als Musiklehrer tätig war und in Europa Konzerte gab, kehrte vor ca. 10 Jahren in den Iran zurück, wo er privaten Musikunterricht auch für Frauen gab und auch eine Musikgruppe namens „Mahbanu“ gründete, die von Frauen gebildet wird. Die Frauen spielen traditionelle iranische Instrumente, traditionelle Musik und singen alte Texte. In diesem youtube-Video stammt der Text von Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (bekannt als Moulana Rumi), der 1273 in Konya starb. Die Lieder von Rumi werden von den Derwischen gesungen, die heute im Iran ebenfalls verfolgt und inhaftiert werden.

14.ilb| Wütender Barde der Trauer: Shahin Najafi [Iran/D] über den Kampf um Freiheit im Iran

Wütender Barde der Trauer: Shahin Najafi [Iran/D] über den Kampf um Freiheit im Iran

19.09.2014 19:30 Uhr
Reflections
Haus der Berliner Festspiele
Foyer_ob
Autor

Moderation:

Preis 0 Euro
Ticketinfos

Wütender Barde der Trauer: Shahin Najafi [Iran/D] über den Kampf um Freiheit im Iran

Der iranische Musiker Shahin Najafi opponiert in seinen satirischen Liedtexten gegen die Gedankenunfreiheit im Iran. 2012 wurde gegen ihn aufgrund »blasphemischer« Inhalte seiner Lieder eine Todes-Fatwa verhängt. Seitdem lebt er in Deutschland und führt seinen musikalischen Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit fort. Beim ilb spricht er über seine Rolle als Gesellschaftskritiker des Iran. »Shahin Najafi ist der wütende Barde der Trauer eines Volkes, das um seine Freiheit kämpft« (Omid Nouripour).

Discovering Iran: from Caspian Sea to Persian Gulf

The recent diplomatic thaw and growing awareness of its attractions are set to make Iran a must-visit destination. Arron Merat takes a tour from Tehran to the Gulf

Rock formations on the island of Qeshm, IranView larger picture

Rock formations on the island of Qeshm. Click on the magnifying glass icon for a larger view of this image

‚Foreigners! Welcome to Tehran! You may also line up here,“ announces a smiling airport official dressed in a long, black chador who is pointing to a newly opened immigration booth. A throng of young Dutch, Polish and German travellers pick up their rucksacks and peel off from the back of our queue and rush towards the new one.

Queues for foreign passport holders at Imam Khomeini International airport have been conspicuously short for almost a decade, but 2014 is tipped to be the biggest year for western tourism in the Islamic Republic’s 35-year history. The populist and bombastic former president Mahmoud Ahmadinejad left office late last year and his replacement, Hassan Rouhani, has assumed a softer diplomatic style, lifting many barriers that kept tourists away.

The news, this week, that the British embassy is to reopen in Tehranshould see the Foreign and Commonwealth Office change its advice against all but essential travel to Iran. Most Europeans can pick up a two-week visa on arrival and Britons can now get a visa in London, since consular services resumed in spring after a two-year hiatus.

Although most travellers to Iran will opt for traditional destinations such as Isfahan’s stunning Naqsh-e Jahan Square and Shiraz’s ancient Persepolis ruins, a minority, including me, will choose less-trampled routes. New Iran Tours offers everything from fully escorted trips with guides to hotel bookings for those travelling on a shoestring. We used them to plan a trip from the lush pastures of the north-east over the vast central desert plateau to the sultry lowlands of the Persian Gulf.

 

Turkmen and the north-east

In Iran the car is king, and if you only have a week or two you can save a lot of time by renting one at the airport with an international driving licence. After picking up an Iranian-assembled Kia Pride and catching a few hours‘ sleep in Tehran we took the Old Mashhad Road north-east, past the snow-capped Damavand volcano – the Middle East’s highest peak – and into the verdant valleys of Mazandaran. The province was the birthplace of Iran’s great modernising king, Reza Shah, who showered millions on Mazandaran during the interwar period in the form of mechanised farms and German-engineered railways and tunnels. We pass Veresk bridge, where it is said that, in order to allay local fears that it could not support a train, Reza Shah ordered the chief engineer and his family to stand under the bridge as the first carriages passed, with the king himself riding as a passenger.

After a quick lunch of delicious heart and liver kebabs and a jug ofdoogh, a popular salted and minted yogurt drink, we continue to Gorgan (land of the wolves), the capital of the wild north-eastern province of Golestan, where we stop for the night. Gorgan is the perfect base for hiking trips to dozens of nearby virgin forests, such as Nahar Khoran on the fringes of the city, or the Golestan national park, a two-hour drive east, and home to leopards, wolves and goitered gazelles. Gorgan is also a short drive to the Miankaleh peninsula, a 50-mile stretch of protected sandy beach and forest, home to several species of migratory birds and the only truly unspoiled section of Iran’s Caspian Sea coast.

Phallic gravestones on the Turkmenistan border.Phallic gravestones on the Turkmenistan border. Photograph: Khalid NabiAround 80 miles north-east of Gorgan, along a highway flanked by men hawking watermelons or dangling questionably fresh fish off long rods, lies the farming town of Kalaleh, famed for horses, silk and saffron. From here you can rent a taxi for the day for about a million rials (£23) to take you up the long and winding roads to the Khalid Nabi cemetery, a necropolis of yonic and phallic stones. (The area has many rough roads and a taxi may be better than risking damage to your hire car.)

The tallest scarps of the hills that straddle Iran and Turkmenistan are studded with hundreds more gravestones carved into the shapes of male and female genitalia to mark the final resting place of the members of a Turkmen tribe that traversed the pastures perhaps some 400 years ago.

From these hills you can see for hundreds of miles north into the Turkmen desert and south into the floral valleys of Golestan. There is almost nothing in the way of restaurants or shops in this remote and rugged corner of Iran so be sure to take supplies if you wish to stay more than a few hours. For us this means local çörek flatbread and fresh unpasteurised goat’s yoghurt from Kalaleh. After our taxi breaks down (make sure yours is half decent) we are picked up by a man in a van, who after a long but unsuccessful effort to pay him for driving 100 miles in the opposite direction from his house, dropped us outside our hotel in Gorgan.

Desert plateau

We drive due south for a day (588 miles) to Tabas. It is perhaps Iran’s most remote city and where, in April 1980, the US’s Operation Eagle Claw reached its fiery end during a mission to free American hostages held in Tehran by the new revolutionary government. We are there on the 24th anniversary, and posters of Ayatollah Sadeq Khalkhaliinspecting the wreckage of a US helicopter adorn the streets.

Ali, a young man we meet in a tea shop, drives us to the crash site, long since cleared. We sit in the car gazing at the endless unchanging landscape as a flute version of George Michael’s Careless Whisper plays from his stereo. „Khomeini said Allah sent the sand to destroy the helicopters,“ said Ali. „Allah protects Iran. Sometimes.“

The tiny oasis town of Garmeh has grown popular with Iranian city types during their winter holidays, and the Ateshooni Guest House, nestled in groves of date and palm trees, is at its heart. The owner, a taciturn hippy named Maziyar, knows the region well and can help you get around to see the best of this desert, whether it be salt lakes, rolling sand dunes or nearby villages. Maziyar’s kitchen also serves fresh homemade khoreshtor ghayme stews with fluffy, fragrant rice.

Make the most of the food, as Iran does not have much of an eating-out culture; restaurants are largely limited to novelty food Iranians don’t get at home much – namely kebabs. Tehran and the north-western province of Gilan are exceptions. To save time, we head to Yazd for the day before catching an evening flight south. Yazd is an ancient desert city famous for its Towers of Silence, hills carved by Iran’s pre-Islamic Zoroastrian people to „bury“ their dead in the sky using vultures.

Gulf and islands

A 25-minute flight from Yazd takes us to the busy (and sweltering) port town of Bandar Abbas. We head to the beach, where families are paddling in the sea and young boys take tourists for horse and camel rides along the sand. From here we take a boat into the Strait of Hormuz, the geostrategic choke point for most of the world’s oil, to Qeshm.

Hengam islandHengam island.The island of Qeshm is divided into a large bone-dry section where you can visit colonial Portuguese navy fortifications, deep salt caves, Martian-like rock forms and a bizarre museum exhibiting conjoined twin goats. Then on the north end of the island, mangrove trees grow up from the sea. Local guides will take you on a boat around the strange sea forests and to visit a crocodile farm. The island’s bare, white rock relief is unmistakably eerie. While driving down one stretch of the island we encounter an enormous oil platform that had apparently blown in during a storm from the neighbouring UAE. Now it rests obliquely 200 metres off shore, a sad and dormant hulk repurposed as a giant birds‘ nest. Local fishermen will take you there for a small fee.

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Israel’s Rita Rocks the U.N. – Peace for all Palestinians and Israelis

http://www.unwatch.org
Israeli singer Rita’s special surrealistic concert at the UN General Assembly, 5 March 2013, in the United Nations General Assembly Hall.

UN Ambassador Prosor has pulled off one of the most unusual diplomatic achievements ever: a full-fledged UN-sponsored Farsi-Hebrew musical event full of goodwill and sympathy

HAARETZ
By Chemi Shalev | March 6, 2013 | 9:50 AM

Inside the hall of the General Assembly at the United Nations building in New York, it seemed at times that either the messiah had arrived or the world had turned inside-out Bizarro, like in the Superman comics: Rita, one of Israel’s most popular performers, was singing in Farsi and Hebrew; Israelis were dancing in the aisles: diplomats from around the world were clapping and begging for more; Israeli Ambassador Ron Prosor was the hero of the day; Secretary General Ban Ki Moon said „shalom“ and General Assembly President Vuk Jeremic, it turned out, hails from a family of Righteous Gentiles.

It was, without a doubt, a night to remember, a memory to cherish, an Israeli-made spectacle the likes of which hadn’t been seen in the General Assembly since Ambassador Herzog tore apart that Zionism is Racism resolution in 1975. Only this time, it was the other way around: „Why is this night different than all other nights?“ an elated and season conscious Prosor asked me, „Because on this night, contrary to all previous nights, the United Nations is united behind Israel and resides under the wings of Rita.“

The wings that Prosor was referring to come from Haim Bialik’s song „Hachnisini Tahat Knafech“ — „Under Your Wing“ — a popular Israeli song which was featured in Rita’s „Tunes for Peace“ concert performed at UN headquarters Tuesday night. The famous platform underneath the giant olive-colored UN symbol was turned into a rock concert stage, including a smoke machine, strobe lights, and a rocking and raucous 9-piece ensemble that played Persian-Israeli music with light touches of Klezmer to boot.

The auditorium, which for most Israelis and Diaspora Jews has come to be associated with harsh anti-Israeli rhetoric, cold diplomatic isolation, and humiliating political defeats at the hands of the „automatic majority,“ suddenly had a warm ambiance and an admiring audience comprised of Iranian expatriates, Israeli diplomats, UN employees, and representatives of 140 UN delegations who begged their Israeli colleagues for invitations to the show and to the experience.

Ban Ki Moon opened the evening with the word „shalom“ and described Rita as „a cultural ambassador“. Then came Jeremic, who announced that he would soon be the first sitting President of the General Assembly to visit Israel, during which he will participate in a Yad Vashem ceremony in which members of his grandmother’s family in Belgrade would be recognized as „Righteous Among the Gentiles“ for saving Jews during the Holocaust.

Then, Introducing Rita, Prosor said „I always hoped that I would one day be the opening act for Rita at a major venue in New York City. Although, I’ll admit, I never expected that it would be in the form of the Three Tenors: „Ban, Prosor, and Jeremic.“

„It is our sincere hope that this musical evening will echo from New York to the hearts and minds of people throughout Israel and Iran,“ Prosor added, and then asked Rita to „rock the house“, which she did.

The popular Israeli singer gave a ten song rendition that included five songs in Farsi, four in Hebrew and one — „Time for Peace“ — in English. She delighted the audience with stories of her childhood in Tehran, about her mother’s love for music, and about her own wish to spread the love far and wide between her birthplace and her homeland. Her strong voice reverberated in the hall which had never seen such a joyous bunch of Israelis, including enthusiastic Rita fans who tried to get the UN diplomats to dance with them near the stage and down the aisles, though that proved a bridge too long for the usually stiff and formal envoys.

ABJEEZ| SHAHAMAT

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