Archiv der Kategorie: Video

Iran: Rückkehr der Frauen in die Musik

Zu den großen „Errungenschaften“ der islamischen Revolution im Iran gehörte es unter anderem, den weiblichen Gesang in der Öffentlichkeit zu verbieten, und es dauerte lange, bis die ersten Frauenstimmen wieder in den iranischen Medien zu hören waren.
Madschid Darachschani, der einige Zeit in Deutschland in Köln gelebt hatte und hier als Musiklehrer tätig war und in Europa Konzerte gab, kehrte vor ca. 10 Jahren in den Iran zurück, wo er privaten Musikunterricht auch für Frauen gab und auch eine Musikgruppe namens „Mahbanu“ gründete, die von Frauen gebildet wird. Die Frauen spielen traditionelle iranische Instrumente, traditionelle Musik und singen alte Texte. In diesem youtube-Video stammt der Text von Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (bekannt als Moulana Rumi), der 1273 in Konya starb. Die Lieder von Rumi werden von den Derwischen gesungen, die heute im Iran ebenfalls verfolgt und inhaftiert werden.

Galerie-Hopping in Teheran mit der Künstlerin Homa Arkani

Es sind sieben Stationen mit der Metro von Karaj nach Teheran Ekbatan, und freitags sind hauptsächlich Menschen unterwegs, die einen Ausflug machen. Was bei uns der Sonntag ist, ist im Iran der Freitag. Trockene Hitze drückt sich von außen an die Scheibe des Zuges, während Peter und ich im wohl klimatisierten, gemischten Abteil (meist steigen Frauen und Männer in getrennte Abteile ein) sitzen und beobachten, wie wir beobachtet werden.

Karaj_Metro

Wir sind auf dem Weg zu einem Treffen mit Homa Arkani. Eine grandiose Künstlerin, wie ich finde, die es schafft mit ihrer fotorealistischen Malerei, die tragische Komödie ihrer Generation einzufangen. Es sind meist Frauen, die wiehybride Gestalten die westliche Kultur mit ihrer lokalen Tradition vermischen.
Aufmerksam geworden bin ich über das Netz. Irgendwo hab ich ihre Bilder gesehen und war direkt gefangen und überwältigt. Ich musste sie sehen, sie sprechen.

Die siebte Station. Ekbatan. Draußen auf der Straße stehen erwartungsvoll Taxis in einer Reihe und rufen uns ihre Fahrtrichtungen entgegen. Ich versuche Homa zu entdecken. Etwas weiter die Straße hinauf steht eine kleine, zarte Person in einem Rock und Ballerinas, neben einem weißen Auto (irgendwie gibt es in Teheran auffällig viele weiße Autos). Wir begrüßen uns, wie es in Iran üblich ist; drei Küsse auf die Wangen und mein Lächeln im Gesicht wird breiter.
Gespannt, welchen Plan sie sich für unseren gemeinsamen Nachmittag ausgedacht hat, stiegen wir in ihr Auto und fuhren los in Richtung City.

Der Freitag in Teheran ist das Ereignis für die Kunstszene. Zahlreiche Galerien öffnen ihre Türen und Homa hatte drei Galerien für uns raus gesucht.
Es dauerte nicht lange und wir verwickelten uns in ein tiefes Gespräch über uns unser Leben – sie in Teheran, ich in Berlin. „Schau mal,“ sie deutete auf der Autobahn auf einen Wagen, der an uns vorbei fuhr. „So was gibt es viel hier. Der Fahrer tätowiert von oben bis unten und auf der Rückscheibe klebt ein Koranvers.“  Sie lächelte. Da war sie wieder; die Tragik in der Komödie.

 

blumen

Ich hielt mit Fragen Wie ist es als Malerin in Iran zu arbeiten? oder Hattest du schon mal Schwierigkeiten mit dem Staat zunächst inne. Ich kenne die Antwort. Wer hier lebt, findet sich damit ab, dass es ein Doppelleben gibt. Dinge, die gesagt werden dürfen und Dinge, die dich in Schwierigkeiten bringen. Selbstzensur fängt beim Rausgehen aus der Haustür an. Dann gibt es Grauzonen, in denen es möglich ist sich so zu bewegen, dass niemand offensichtlich was dagegen sagen kann.

Norden_Teheran

Wir fuhren die erste Galerie im Norden Teherans, der hauptsächlich mit luxuriösen Hochhäusern bestückt ist, an.
Entlang einer hohen Mauer liefen wir zum Haupteingang der Ariana Art Gallery.„Diese Galerie gibt es erst seit einigen Monaten und sie ist sehr besonders, da wir solch eine freie und große Fläche noch nie hatten.“ Bereitete mich Homa bereits vor der Tür vor.

Arian_Galerie

Und tatsächlich, wir betraten einen Garten, indem ich eine Leichtigkeit spürte. So fühlt es sich an, wenn man eine Grauzone betritt.  Der Wind wehte direkt unsere Kopftücher vom Kopf. Am liebsten hätte ich es abgenommen. Aber ich denke, damit wäre niemanden etwas Gutes getan. Diese Grauzonen stehen unter Beobachtung, sie werden zugelassen, aber wenn sich daraus ein Aufstand gegenüber vorherrschender Moral bilden sollte, werden sie gleich wieder geschlossen.

Der große Garten und die Menschen darin versprühten eine Energie, die mich nach zwei Wochen Aufenthalt, wieder tief durchatmen ließ. Vieles war so, wie ich es aus Deutschland kenne; Menschen, in gelassener Stimmung, die sich unterhalten. Keine Hektik, kein Lärm, kein Stress und saubere Luft.

Nilo_Homa

Homa: “Es ist ein Ventil für die Menschen hier. Es hilft davor, dass die Stimmung nicht überkocht.”
Ich:”Aber wenn sie wollten, könnten sie, das hier schließen?”
Homa: “Ja natürlich.”

Ehebett

Die Ausstellung behandelte auf sehr unterhaltsame und anspruchsvolle weise, gesellschaftliche Themen, die nicht offen angesprochen werden können: Zensur, Frau sein in einem von Männern dominierten Gesellschaft, Ehe, die Vermischung der traditionellen Kultur mit modernen Einflüssen. Inszeniert wurden die Themen nach den Vorgaben der islamischen Richtlinien.

weiblichkeit

Draußen auf dem Hof nahmen wir uns etwas Zeit, bevor es weiter ging. Ein Erfrischungsgetränk und der Blick auf die weiteren Besucher, die uns kurz nach Berlin versetzen. Lange, zottelige Haare bei den Männern, blaugefärbte Haare einer Frau, die Kontrast zu ihrem zitronengelben leichten Tuch auf dem Kopf bieten und T-Shirts mit Message:

needwifi

Peter und ich verließen die Galerie mit einem sehr guten Gefühl und tiefer Dankbarkeit, dass Homa uns diesen Ort gezeigt hat. Gespannt auf die nächsten Stationen, machten wir uns wieder auf dem Weg in den älteren Teil des nördlichen Teherans, wo wir die  Aaran Art Gallery und die Homa Art Gallery besuchten.

Galerie_Eingang

Wohnhäuser, deren Keller zu einer Ausstellungsfläche umgebaut wurde, die aber nicht weniger imponierend war. Abgesehen von den großartigen Malereien, die wir zu Gesicht bekamen, waren wir hier von dem stylischen Ambiente angetan.

pool

 

Die vorletzte Station: Khaneh Honarmandan

Zum Anbruch der Dunkelheit, kam auch die Schließzeit der Galerien. Wir waren aber noch nicht müde und Homa beschloss uns mit ins Khaneh Honarmandan – zu Deutsch Das Haus der Künstler – zu nehmen. Zum ersten Mal sahen wir ein vegetarisches Restaurant auf unserer Reise und nach langer Zeit wieder Menschen, die Deutsch sprachen.

khaneh_honarmandan

Für Peter war das großartig, war er doch sehr gefangen, weil viele sehr wenig bis gar kein Englisch sprachen. Leider kam es nicht, dazu, dass wir mit ihnen ein Gespräch führen konnten. Unser Tisch war weiter weg und es gab noch vieles, was wir Homa noch fragen wollten:

Peter: “Ist es schwer für dich deine Kunst hier auszustellen?
Homa: “Es gibt viele Vorgaben, an die man sich halten muss. Eine offizielle Stelle, die für kulturelle Belange zuständig ist, prüft Ausstellungen vor der offiziellen Eröffnung und urteilt, ob was gezeigt werden kann oder nicht. Bei meinen letzten Ausstellungen wurden einige meiner Bilder zensiert, weil einmal das Bein von einer Frau, die sich sonnt, nicht bedeckt war, dann ein anderes, weil eine Szene mit drei Frauen im Auto gezeigt wurde (siehe Bild unten), deren dargestelltes Verhalten einer schlechten kulturellen Erziehung entsprach.”

adad-bede1

Ich:”Was macht das mit dir und welche Auswirkungen hat das auf deine Arbeit?”
Homa:”Die Zensur und die Einschränkungen sind der Motor für meine Kreativität. Ich weiß nicht, wie ich mit uneingeschränkter Freiheit arbeiten würde. Aber deshalb möchte ich gerne ins Ausland, um das auszuprobieren. Der Blick von außen, wie du es hast. Das würde mich sehr interessieren.”
Ich, mit einem grinsen: “So viel anders sind wir nicht.”

Gespraech_homa_niloufar

 

Letzte Station: Ekbatan

Auf dem Weg nach Ekbatan fuhren wir an dem Tor der Freiheit vorbei. Ein unbeschreibliches Gefühl, nach solch einem Tag, der mir gezeigt hat, dass diese Kultur weder mir noch meinem deutschen Mann fremd ist. Veränderung ist ein Prozess, der nicht über das Knie gebrochen werden kann, selbst, wenn dies mit der Würde der Menschen passiert, sobald sie an der Oberfläche, oberhalb der unterirdischen Räume nach Luft schnappen wollen.

azadi

 

Quelle:

@nielow „Nix zu sehen – Kultur-Curry aus dem Feld“ Erzählt Geschichten, die ihr begegnen. Aus dem Netz, der Nachbarschaft, aus Berlin, Deutschland oder aus ihrer alten Heimat Iran.

Es sind sieben Stationen mit der Metro von Karaj nach Teheran Ekbatan, und freitags sind hauptsächlich Menschen unterwegs, die einen Ausflug machen. Was bei uns der Sonntag ist, ist im Iran der Freitag. Trockene Hitze drückt sich von außen an die Scheibe des Zuges, während Peter und ich im wohl klimatisierten, gemischten Abteil (meist steigen Frauen und Männer in getrennte Abteile ein) sitzen und beobachten, wie wir beobachtet werden.

Karaj_Metro

Wir sind auf dem Weg zu einem Treffen mit Homa Arkani. Eine grandiose Künstlerin, wie ich finde, die es schafft mit ihrer fotorealistischen Malerei, die tragische Komödie ihrer Generation einzufangen. Es sind meist Frauen, die wiehybride Gestalten die westliche Kultur mit ihrer lokalen Tradition vermischen.
Aufmerksam geworden bin ich über das Netz. Irgendwo hab ich ihre Bilder gesehen und war direkt gefangen und überwältigt. Ich musste sie sehen, sie sprechen.

Die siebte Station. Ekbatan. Draußen auf der Straße stehen erwartungsvoll Taxis in einer Reihe und rufen uns ihre Fahrtrichtungen entgegen. Ich versuche Homa zu entdecken. Etwas weiter die Straße hinauf steht eine kleine, zarte Person in einem Rock und Ballerinas, neben einem weißen Auto (irgendwie gibt es in Teheran auffällig viele weiße Autos). Wir begrüßen uns, wie es in Iran üblich ist; drei Küsse auf die Wangen und mein Lächeln im Gesicht wird breiter.
Gespannt, welchen Plan sie sich für unseren gemeinsamen Nachmittag ausgedacht hat, stiegen wir in ihr Auto und fuhren los in Richtung City.

Der Freitag in Teheran ist das Ereignis für die Kunstszene. Zahlreiche Galerien öffnen ihre Türen und Homa hatte drei Galerien für uns raus gesucht.
Es dauerte nicht lange und wir verwickelten uns in ein tiefes Gespräch über uns unser Leben – sie in Teheran, ich in Berlin. „Schau mal,“ sie deutete auf der Autobahn auf einen Wagen, der an uns vorbei fuhr. „So was gibt es viel hier. Der Fahrer tätowiert von oben bis unten und auf der Rückscheibe klebt ein Koranvers.“  Sie lächelte. Da war sie wieder; die Tragik in der Komödie.

 

blumen

Ich hielt mit Fragen Wie ist es als Malerin in Iran zu arbeiten? oder Hattest du schon mal Schwierigkeiten mit dem Staat zunächst inne. Ich kenne die Antwort. Wer hier lebt, findet sich damit ab, dass es ein Doppelleben gibt. Dinge, die gesagt werden dürfen und Dinge, die dich in Schwierigkeiten bringen. Selbstzensur fängt beim Rausgehen aus der Haustür an. Dann gibt es Grauzonen, in denen es möglich ist sich so zu bewegen, dass niemand offensichtlich was dagegen sagen kann.

Norden_Teheran

Wir fuhren die erste Galerie im Norden Teherans, der hauptsächlich mit luxuriösen Hochhäusern bestückt ist, an.
Entlang einer hohen Mauer liefen wir zum Haupteingang der Ariana Art Gallery.„Diese Galerie gibt es erst seit einigen Monaten und sie ist sehr besonders, da wir solch eine freie und große Fläche noch nie hatten.“ Bereitete mich Homa bereits vor der Tür vor.

Arian_Galerie

Und tatsächlich, wir betraten einen Garten, indem ich eine Leichtigkeit spürte. So fühlt es sich an, wenn man eine Grauzone betritt.  Der Wind wehte direkt unsere Kopftücher vom Kopf. Am liebsten hätte ich es abgenommen. Aber ich denke, damit wäre niemanden etwas Gutes getan. Diese Grauzonen stehen unter Beobachtung, sie werden zugelassen, aber wenn sich daraus ein Aufstand gegenüber vorherrschender Moral bilden sollte, werden sie gleich wieder geschlossen.

Der große Garten und die Menschen darin versprühten eine Energie, die mich nach zwei Wochen Aufenthalt, wieder tief durchatmen ließ. Vieles war so, wie ich es aus Deutschland kenne; Menschen, in gelassener Stimmung, die sich unterhalten. Keine Hektik, kein Lärm, kein Stress und saubere Luft.

Nilo_Homa

Homa: “Es ist ein Ventil für die Menschen hier. Es hilft davor, dass die Stimmung nicht überkocht.”
Ich:”Aber wenn sie wollten, könnten sie, das hier schließen?”
Homa: “Ja natürlich.”

Ehebett

Die Ausstellung behandelte auf sehr unterhaltsame und anspruchsvolle weise, gesellschaftliche Themen, die nicht offen angesprochen werden können: Zensur, Frau sein in einem von Männern dominierten Gesellschaft, Ehe, die Vermischung der traditionellen Kultur mit modernen Einflüssen. Inszeniert wurden die Themen nach den Vorgaben der islamischen Richtlinien.

weiblichkeit

Draußen auf dem Hof nahmen wir uns etwas Zeit, bevor es weiter ging. Ein Erfrischungsgetränk und der Blick auf die weiteren Besucher, die uns kurz nach Berlin versetzen. Lange, zottelige Haare bei den Männern, blaugefärbte Haare einer Frau, die Kontrast zu ihrem zitronengelben leichten Tuch auf dem Kopf bieten und T-Shirts mit Message:

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Peter und ich verließen die Galerie mit einem sehr guten Gefühl und tiefer Dankbarkeit, dass Homa uns diesen Ort gezeigt hat. Gespannt auf die nächsten Stationen, machten wir uns wieder auf dem Weg in den älteren Teil des nördlichen Teherans, wo wir die  Aaran Art Gallery und die Homa Art Gallery besuchten.

Galerie_Eingang

Wohnhäuser, deren Keller zu einer Ausstellungsfläche umgebaut wurde, die aber nicht weniger imponierend war. Abgesehen von den großartigen Malereien, die wir zu Gesicht bekamen, waren wir hier von dem stylischen Ambiente angetan.

pool

 

Die vorletzte Station: Khaneh Honarmandan

Zum Anbruch der Dunkelheit, kam auch die Schließzeit der Galerien. Wir waren aber noch nicht müde und Homa beschloss uns mit ins Khaneh Honarmandan – zu Deutsch Das Haus der Künstler – zu nehmen. Zum ersten Mal sahen wir ein vegetarisches Restaurant auf unserer Reise und nach langer Zeit wieder Menschen, die Deutsch sprachen.

khaneh_honarmandan

Für Peter war das großartig, war er doch sehr gefangen, weil viele sehr wenig bis gar kein Englisch sprachen. Leider kam es nicht, dazu, dass wir mit ihnen ein Gespräch führen konnten. Unser Tisch war weiter weg und es gab noch vieles, was wir Homa noch fragen wollten:

Peter: “Ist es schwer für dich deine Kunst hier auszustellen?
Homa: “Es gibt viele Vorgaben, an die man sich halten muss. Eine offizielle Stelle, die für kulturelle Belange zuständig ist, prüft Ausstellungen vor der offiziellen Eröffnung und urteilt, ob was gezeigt werden kann oder nicht. Bei meinen letzten Ausstellungen wurden einige meiner Bilder zensiert, weil einmal das Bein von einer Frau, die sich sonnt, nicht bedeckt war, dann ein anderes, weil eine Szene mit drei Frauen im Auto gezeigt wurde (siehe Bild unten), deren dargestelltes Verhalten einer schlechten kulturellen Erziehung entsprach.”

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Ich:”Was macht das mit dir und welche Auswirkungen hat das auf deine Arbeit?”
Homa:”Die Zensur und die Einschränkungen sind der Motor für meine Kreativität. Ich weiß nicht, wie ich mit uneingeschränkter Freiheit arbeiten würde. Aber deshalb möchte ich gerne ins Ausland, um das auszuprobieren. Der Blick von außen, wie du es hast. Das würde mich sehr interessieren.”
Ich, mit einem grinsen: “So viel anders sind wir nicht.”

Gespraech_homa_niloufar

 

Letzte Station: Ekbatan

Auf dem Weg nach Ekbatan fuhren wir an dem Tor der Freiheit vorbei. Ein unbeschreibliches Gefühl, nach solch einem Tag, der mir gezeigt hat, dass diese Kultur weder mir noch meinem deutschen Mann fremd ist. Veränderung ist ein Prozess, der nicht über das Knie gebrochen werden kann, selbst, wenn dies mit der Würde der Menschen passiert, sobald sie an der Oberfläche, oberhalb der unterirdischen Räume nach Luft schnappen wollen.

azadi

 

 

 Quelle: NILOFAR

 

Graffiti Künstler in Iran – Propaganda der westlichen Kultur und Verbreitung von Satanisten Logos

Das Urteil für Graffiti Künstler in Iran fällt meist sehr hart aus, denn sie werde bezichtigt, westliche Propaganda und Satanisten Logos zu verbreiten. Dabei sind die Themen der meisten jungen Künstler friedvoll. 
Diese kleine Doku zeigt einen historischen Rückblick auf das verbreiten von politischen Slogans. Angefangen von der Revolution 1978/79 bis hin zu den Unruhen 2009.

schrei_streetart_iran


Es ist kein Wunder, dass die Regierung das Anbringen von Bildern an öffentlichen Wänden nicht als eine eigene Kunstform anerkennt, denn diese Form des Ausdrucks ist politischer und ideologischer Propaganda vorbehalten. Dass es hier eine Entwicklung in der Subkultur gegeben hat, bekommen die wenigsten mit. Zu stark ist noch die Konnotation mit einer politisch, ideologischen Absicht, hier außerhalb eines politischen Kontexts zu agieren ist fast unmöglich.

wall_iran

Die Generation im Krieg geborener Kinder bringt sich immer mehr im öffentlichen Raum mit ihrer friedvollen Message ein. Ein weiterer Prozess der zum Neudenken einer liberaleren Gesellschaft anregen soll. Angefangen auf der Straße.

CLOSED CURTAIN – DIRECTED BY JAFAR PANAHI AND KAMBOZIA PARTOVI

Iranian dissident/filmmaker Jafar Panahi (THE WHITE BALLOON, THE MIRROR, THIS IS NOT A FILM) lives under house arrest and is banned from movie-making. CLOSED CURTAIN, his most recent non-film, made in secret, combines documentary and fictitious elements. A screenwriter goes into hiding with his dog after the regime declares dogs “impure” and bans them from walking in public (this is an actual law). In the darkened rooms of a seaside villa, a Pirandello-inspired drama unfurls with Panahi sometimes playing himself, acting out his most melancholy fantasies as both neighbors and strangers appear and disappear with eerie regularity, much as you would expect them to in any society in which the absurd has become the norm.

IRAN • 2013 • 106 MINS. • IN FARSI WITH ENGLISH SUBTITLES • VARIANCE FILMS

ARTE|FREISPIELEN IM IRAN – Ein Wandertheater

Die Schauspielertruppe um Regisseur Hamed hat sich mittlerweile von Teheran auf den Weg gemacht Richtung Westiran. Unter freiem Himmel strömen die Kinder zusammen, um das Märchen vom bösen König Ejdehak zu erleben. Der Sage nach unterdrückte er im alten Persien grausam sein Volk, bis die tapfere Faranak die Menschen befreite.

Die Schauspielertruppe um Regisseur Hamed hat sich mittlerweile von Teheran auf den Weg Richtung Westiran gemacht. In den abgelegenen Ortschaften werden sie mit ihrem bunt bemalten Lastwagen von den Schulklassen begeistert empfangen. Unter freiem Himmel strömen die Kinder zusammen, um das Märchen vom bösen König Ejdehak zu erleben. Der Sage nach unterdrückte er im alten Persien grausam sein Volk, bis die tapfere Faranak und ihr Sohn Fereydoun die Menschen vom Despoten befreiten.

Mit ihren bunten Masken, der Musik und den Kostümen sind die fremden Besucher auf jedem Dorfplatz eine Attraktion. Mitra, Hamed, Sina und Shirin wissen aber auch, dass sie während der gesamten Reise unter staatlicher Beobachtung stehen. Denn für Theateraufführungen im Iran gelten strenge Regeln. Und die Schauspieler können nur vermuten, wer der Spitzel ist. Doch das ist nicht die einzige Schwierigkeit, der sie sich stellen müssen.

Diese Folgen der Freispielen im Iran sind derzeit verfügbar, sie können sie auch direkt im Webbrowser öffnen:

Iran: Öffentliche Hinrichtung – Public hanging


As the young man is being prepared for execution, the two people who are filming the video are lamenting his fate and talk about imagining what he must be feeling, as he is being sent up to the noose.

The young man then starts to beg to see his mother a last time and the mother’s voice can be heard, wailing in the background, but the executioners refuse to let him embrace his mother a last time. He cries out: „Mother, mother, please bless me…bless my soul mother…“

Finally, he is hung and those cheers that are heard are praises for his soul and prayers for him to rest in peace – those are not cheers of happiness or voyeuristic delight.

Then the people in the crowd are interviewed and they say that they have no clue what the fellow’s crime had been and why he had to be publicly executed…but perhaps he had done something bad….but he should have been permitted to embrace his mother and that that was his right and why did they stop him from that one last, simple thing he wanted before being mercilessly killed. The interviewer who turns out to be a reporter for the Iranian regime media then also admits that he was sent to cover the execution but he too is clueless as to the now-dead man’s crime.

So it is…another day in the life of Iranians under the bloodied heels of the Supreme Leader…

A TV report on the Hope Concert for the People of Iran

Here’s a TV report (in Persian) about the Hope Concert for human rights in Iran, which a number of international artists put on in Berlin last month.

گزارشی از کنسرت امید برای ایران در شهر برلین آلمان با هنرمندی هنرمندانی از کشور های مختلف برای همراهی با مردم ایران و به نفع سازمان های حقوق بشری و حامیان کودک در ایران.

 

Witness Testimony of Habib Farahzadi: a student activist and law graduate

In this witness statement, Habib Farahzadi–a student activist and law graduate now living in exile–discusses his membership in the leading student activist group, the Islamic Society of Democracy-Seeking Students, his involvement in the post June 2009 presidential election protests, and his eventual imprisonment and trial as a result of these activities. Farahzadi also discusses the increasing academic restrictions on students and professors at universities in Tehran during the Ahmadinejad presidency.

Name: Habib Farahzadi

Place of Birth:  Tehran, Iran 

Date of Birth:  30 December 1987

Occupation:  Law Graduate and Translator

Interviewing Organization: Iran Human Rights Documentation Center (IHRDC)

Date of Interview:  20 October 2012

Interviewer: IHRDC Staff Lies den Rest dieses Beitrags

Parkour life: Iranian women get physical

First it was martial arts. Now Iranian women are combating their bullying street culture by taking up parkour

On any given Friday, groups of young women across Iran can be seen jumping from rooftops, scaling the graffitied walls of apartment blocks, and catapulting themselves over stairways. They are not being chased by riot police, but merely practising their parkour moves, especially the ground roll, tricky to execute while wearing a headscarf.

Parkour’s popularity among young women in Iran is soaring, despite the bulkier clothing and head coverings Islamic dress codes require them to wear. The outdoor sport, a fast-paced hybrid of gymnastics and martial arts, seems designed to get you out of a fix quickly, which perhaps explains its appeal to young Iranians, whose social lives in the strict Islamic republic often require considerable agility. Iran’s female practitioners are running their own threads on Persian-language forumsand posting films online to showcase their skills. Unlike the men’s scene, with its heavy rap culture overtones and emphasis on group rivalries, the girls‘ movement comes across as more athletic and purposeful, despite the greater challenges women face practising outdoors.

Men hold major parkour tournaments in urban parks and talk openly online about parkeur being accepted by local police. Not so for women, whose equal access to sports facilities and public areas for exercise has long been contested by the government.

The authorities may tolerate matrons doing aerobics in parks, but young women dashing over obstacles pushes the boundaries of acceptability.One young woman, hiding behind oversize sunglasses, says in a YouTube clip: „It’s become quite acceptable for guys, but because we’re girls, when we’re out practising, they sometimes hassle us.“

What’s striking about parkour’s appeal among Iranian women is the sheer breadth of the trend. It’s not being led by the reed thin, Fendi-clad women of north Tehran, but girls in trainers and practical headscarves (maghnaeh) from Lahijan to Shiraz. Parkour’s punchiness seems to resonate among Iranian women, who in recent years have also taken up martial arts in record numbers.

The context is the bullying culture and street violence that women face under the country’s Islamic government, whose discriminatory laws make seeking legal recourse for domestic violence almost pointless.

Women in Iran, who make up 60% of graduates, have never had so much to feel angry about, with the state increasing gender segregation at university, among other changes.

Nooshin, a councillor for Iran’s welfare organisation in the city of Hamedan, says she has seen women’s awareness of their own physical capabilities shifting. „Do you think it’s coincidence that more women are taking karate and kung-fu classes? Women, especially young women, are learning about their rights and fighting back.“ Even in the rebellious milieu of Iran’s parkour scene, where you encounter endless clips set to edgy Persian hip-hop and would expect to find more progressive social mores among men, women’s involvement has met with criticism. One young man questioned on the national parkour website whether the sport was in line with women’s „modesty and chastity“. But in film clips online there are also scenes of men standing by to aid women doing air somersaults, clearly enjoying their role as helpers.

As one student from a Tehran parkour clan says: „It gives us courage and helps us release our pent-up energy. It’s great to feel that nothing can stand in your way.“

 

HOPE for Iran – Konzert Berlin – 07. Juni2013

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