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Berlin: Künstler vorm Vergessen bewahren – Akademie-Gespräch geht es um Künste und Menschenrechte im Iran

Der iranische Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi (Bild: AP)Der iranische Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi (Bild: AP)

Künstler vorm Vergessen bewahren (anhören)

Im Akademie-Gespräch geht es um Künste und Menschenrechte im Iran

Klaus Staeck im Gespräch mit Susanne Brinkmann

Der iranische Künstler Mir Hossein Mussawi ist Thema beim 49. Akademie-Gespräch in der Akademie der Künste in Berlin. Klaus Staeck spricht mit der iranischen Menschenrechtsaktivistin über die Situation der Künste im Iran.

Über die Umstände von Mir Hossein Mussawi und seiner Ehefrau wisse man derzeit wenig, sagt Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste in Berlin. „Aber seine Situation ist mit Sicherheit keine gute.“ Hausarrest sei ja auch immer eine milde Form von Gefängnis. Mussawi sei zur Galionsfigur der Grünen Bewegung im Iran geworden, eine direkte Anklage gegen ihn gebe es nicht. „Aber das ist ja das Problem, Menschen wie er werden weggesperrt.“ Auch deshalb finde die Ausstellung mit seinen Arbeiten statt. Die Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi, die extra aus London anreist, habe der Kooperationsrat der Grünen Bewegung in Paris vermittelt.

Von dort stammen auch die Blätter mit Arbeiten des Künstlers Mussawi . Woher die Blätter kommen, gehöre zu einem, der Geheimnisse, „die wir erfragen, aber nicht beantwortet bekommen“, sagt Staeck. Angeblich seien sie schon länger im Westen, aber wie und woher die Arbeiten stammen, das könne man nicht so genau sagen, „Wir freuen uns, dass wir sie haben“, sagt Staeck.

Mit Mussawi verbinde die Akademie der Künste, dass der früher auch mal Leiter der Kunstakademie in Teheran gewesen sei. Mit der Ausstellung wolle man Künstler vorm Vergessen bewahren, die wegen ihrer Arbeit und wegen ihres politischen Engagements mit Gefängnis bedroht werden.

 

Berlin| Künste und Menschenrechte im Iran: Mir Hossein Mousavi 49. Akademie-Gespräch/ Do, 06. Juni 2013

Do, 06. Juni 2013,

19:00 Uhr, Pariser Platz
Plenarsaal
 Mit Ardeshir Amir Arjomand, Shirin Ebadi, Naika Foroutan und Klaus Staeck
€ 5/3

Mir Hossein Mousavi, Demonstration in Teheran 2009

Der Künstler und Politiker Mir Hossein Mousavi und seine Frau, die Bildhauerin und Kunstprofessorin Zahra Rahnaward, stehen seit 2011 in Teheran unter Hausarrest. Jede Kommunikation mit der Außenwelt wird ihnen verwehrt, die freie Ausübung ihrer künstlerischen Arbeit ist für sie unmöglich. Der Oppositionsführer und Präsidentschaftskandidat hatte 2009 unmittelbar nach den Präsidentschaftswahlen in Teheran zu Massenprotesten gegen Wahlmanipulationen aufgerufen. Mit der Niederschlagung dieser Demonstrationen wurde die „Grüne Bewegung“ geboren.
Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung sprechen Naika Foroutan und Klaus Staeck mit Ardeshir Amir Arjomand und Shirin Ebadi über die Situation des ehemaligen Präsidenten der iranischen Akademie der Künste und anderer verfolgter Künstler im Iran.
Die Ausstellung „Meditationen der Freiheit“ zeigt bis zum 23. Juni  28 Papierarbeiten von Mir Hossein Mousavi in der Akademie der Künste am Pariser Platz. Sie stammen aus dem letzten Jahrzehnt. Ein großer Teil seines Werks wurde beschlagnahmt. Mousavis abstrakte Arbeiten nehmen die Tradition der islamischen Mystik auf und verstehen sich als Meditationen zur individuellen und gesellschaftlichen Existenz.

Teilnehmer am Gespräch:
Ardeshir Amir Arjomand, Berater von Mir Hossein Mousavi
Shirin Ebadi, Juristin, erste Richterin im Iran, Friedensnobelpreisträgerin 2003, seit 2009 Exil in Großbritannien
Naika Foroutan, Sozialwissenschaftlerin, Humboldt-Universität zu Berlin
Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste

Bis 23.6. werden ausgewählte Arbeiten von Mir Hossein Mousavi in der Akademie am Pariser Platz 4 gezeigt.

 

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