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Emailaktion: Freilassung des entführten kurdisch-iranischen Schriftstellers Ali-Reza


  Der kurdische Schriftsteller Ali-Reza Sepahi Laeen, Foto: GfbV-Archiv
August 2011Am 30. Juli 2011 gegen 1.30 Uhr stürmen bewaffnete, in Zivil gekleidete Angehörige der Islamic Revolutionary Guards Corps (IRGC) das Haus des Kurden Ali-Reza Sepahi Laeen. Mit Handschellen gefesselt und mit verbundenen Augen wird der Schriftsteller verschleppt. Bis heute ist sein Aufenthaltsort unbekannt. Seine Frau und seine drei Töchter sind sehr besorgt: Ohne seine täglichen Medikamente ist das Leben des schwer an Diabetes-erkranken Ali-Reza in Gefahr. Auch droht ihm schwere physische und psychische Folter, da politische Gefangene im Iran systematisch gefoltert werden. Ali-Reza ist unschuldig. Sein einziges Verbrechen ist sein Einsatz für die kurdische Sprache und Kultur. Im Vielvölkerstaat werden die Kurden sowie viele andere Minderheiten diskriminiert und verfolgt.

Aufruf: Appell an den iranischen Botschafter Ali Reza Attar

Bitte unterstützen Sie unseren Appell an den Botschafter der Islamischen Republik Iran, Ali Reza Scheikh Attar, sich für die lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse in Ahwaz und die Bestrafung der Täter zu engagieren.

Hier kann er unterzeichnet werden.

Quelle: GfbV

Betreff: Blutbad in Ahwaz aufklären – Verfolgung der arabischen Ahwazis beenden!
Protesttext: Exzellenz,ich bin sehr besorgt über die Ereignisse in der Stadt Ahawz im Südwesten des Iran. Sicherheitskräfte schossen am 16. April 2011 auf friedlich demonstrierende Menschen. Dabei gab es mindestens zehn Tote, dutzende Verletzte und hunderte Festnahmen. Doch die Ahwazi-Araber haben lediglich von ihrem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht. Ich appelliere deshalb an Sie, sich bei Ihrer Regierung dafür einzusetzen, die Vorkommnisse in Ahwaz lückenlos aufzuklären und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Regierung der Islamischen Republik Iran hat die Macht und die Befugnisse, die arabische Minderheit in Ahwaz vor Übergriffen zu schützen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung muss gewährleistet und Todesfälle müssen aufgeklärt werden. Nur auf diesem Wege können mögliche Spannungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Iran verhindert werden.

Mit freundlichen Grüßen,

 

Iran: Blutbad in Ahwaz aufklären – Verfolgung der arabischen Ahwazis beenden!



In Ahwaz, der Hauptstadt der Provinz Khuzestan im Südwesten des Iran, kam es bei friedlichen Protesten der arabischen Minderheit der Ahwazi am 16. April 2011 zu einem Blutbad. Iranische Polizisten und Armeeangehörige schossen mit scharfer Munition auf die Demonstranten. Allein im Stadtviertel Kutabdullah wurden mindestens zehn Ahwazis getötet und Dutzende verletzt. Hunderte wurden festgenommen. Insgesamt gab es nach Angaben Iranian Minorities Human Right Organisation (IMHRO) 27 Tote. Doch bisher ermitteln die Behörden nicht gegen die Täter.

Seit Mitte April demonstrieren Ahwazi immer wieder gegen die iranische Zentralregierung in Teheran nicht nur in Ahwaz sondern auch in anderen Städten des Landes wie Hamidieh, Mahshahr, Shadegan, Abadan, und Khorramshahr. Sie fordern ein Ende ihrer Diskriminierung und der versuchten „Iranisierung“ ihrer Region. Die paramilitärischen regierungstreuen Basij-Milizen und Revolutionswächter gehen gegen die Protestierenden äußerst brutal vor. Sie setzen Tränengas und Schlagstöcke ein und schießen auch mit scharfer Munition. Da der Stadtteil Kutabdullah in Ahwaz als Hochburg der Ahwazi-Araber gilt und es dort in der Vergangenheit immer wieder zu Unruhen kam, gingen die Sicherheitskräfte hier besonders hart vor.

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Göttingen:Frauen unter dem Regime der Islamischen Republik Iran _ Vortrag und Diskussion

Liebe Freundinnen und Freunde,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie herzlich ein, zu der Veranstaltung

*Zwischen Scharia und Emanzipation *– *Frauen unter dem Regime der Islamischen Republik Iran.*
*Vortrag und Diskussion mit der iranischen Frauenrechtlerin Parvaneh Ghorishi. *

Donnerstag, 9.Juni 2011
19:30 Uhr

Ort: Victor-Gollancz-Haus für Menschenrechte, Geiststraße 7, 37073 Göttingen

Eintritt frei. Spenden erwünscht!

Seit Gründung der Islamischen Republik Iran im Jahr 1979 bestimmt die islamische Gesetzgebung der Scharia das Leben der ca. 73 Millionen Iraner und Iranerinnen. Sie verursacht eine deutliche Benachteiligung von Frauen: Anpassung und Unterwerfung werden von ihnen gefordert und sie haben weniger Rechte als Männer. Jährlich nehmen sich zahlreiche Iranerinnen unter massivem sozialem Druck das Leben, einige von ihnen setzten durch ihre Selbstverbrennung ein grausames Zeichen gegen die Politik des iranischen Regimes. Hunderte wurden seit 1979 unter dem Vorwand, Ehebruch begangen zu haben, ermordet.
Dennoch nimmt ihre Emanzipation zu – an den Universitäten sind sieben von zehn Studenten weiblich. Eine Generation eigenständiger Frauen ist entstanden, die selbstbewusst die Kontrolle über ihr Leben einfordern. Doch Emanzipationsbestrebungen von Frauen wie die im Rahmen des Wahlkampfes im vergangenen Jahr werden im Iran durch die Regierung vehement bekämpft. Mindestens 60 Frauenrechtlerinnen sind zur Zeit inhaftiert. Auch von ihren eigenen Angehörigen werden Iranerinnen verfolgt und manchmal sogar umgebracht, wenn sie herrschende Normen oder Moralvorstellungen verletzt haben.

Zur Lage der Frauen im Iran möchten wir mit der Frauenrechtlerin Parvaneh Ghorishi diskutieren und ihre Berichte hören. Die Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin wuchs selbst als Kurdin im Iran auf und floh nach ihrem Psychologiestudium in Teheran 1974 nach Deutschland. Hier betreut sie zahlreiche Flüchtlinge.

Wir freuen uns, Sie am 9. Juni bei uns begrüßen zu dürfen.

Für Fragen können Sie sich gerne an uns unter (nahost@gfbv.de <mailto:nahost@gfbv.de>, 0551-4990618) wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Tilman Zülch Kamal Sido

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