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SR: Traumziel Iran

Für kulturinteressierte Besucher ist der Iran eine wahre Schatzkammer. In prachtvollen Palästen, üppigen Gärten und bunten Basaren fühlt man sich nicht selten wie in einem Märchen von Tausendundeiner Nacht. Die Route des Films führt von Shiraz über das traumhaft schöne Isfahan in die Hauptstadt Teheran. Eine Reise in 1001 Nacht.

AZ| Statt Tee trinken sie Lavazza-Kaffee «Made in Iran»

Die Sittenwächter sind verschwunden, es geht lockerer zu und her – Iranerinnen in Isfahan. Michael Wrase
Die Sittenwächter sind verschwunden, es geht lockerer zu und her – Iranerinnen in Isfahan. Michael Wrase
Die Strafmassnahmen stärken ein Land, das sich in Aufbruchstimmung befindet. Ein Scheitern der Atomverhandlungen könnte im Iran jedoch alles wieder ändern.
Eine Reportage. von Michael Wrase, Isfahan

Isfahan feiert. Nach Jahren der Trockenheit führt die Lebensader der Vier-Millionen-Stadt, der Fluss Zeyanderud, wieder üppig Wasser. Bis weit nach Mitternacht sitzen die Familien am Ufer beim Picknick oder rauchen auf der Pol-e Khadjou eine Wasserpfeife. Die fast 400 Jahre alte Ziegelbrücke war lange Zeit der Treffpunkt der Isfahaner Jugend und Studenten. Heute gibt es «coolere» Plätze. Auch der Tee, das Lieblingsgetränk der Iraner, ist offenbar out.

Nicht Tee- sondern modern eingerichtete Kaffeehäuser laden, in Neu-Djolfa, dem Armenierviertel von Isfahan, zum Verweilen ein. Täuschend echt sind die Leuchtreklamen von Starbucks, Lavazza und Barista. Dennoch ist alles «Made in Iran». Die Kaffeemaschinen habe man sich in Dubai besorgt. Die Kaffeemischungen kämen regelmässig aus Beirut, erzählt Hagop stolz. Bis zur Aufhebung der Sanktionen, so der Armenier, habe er nicht warten wollen.

Dass der Kaffee wegen der Umwege genauso teuer ist wie in Paris oder Dubai, nehme seine Kundschaft in Kauf. Schliesslich biete er einen «Orginal Lavazza» an.

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BZ| Schlagen Freiburg und Isfahan ein neues Kapitel einer schwierigen Städtepartnerschaft auf?

Nachdem die EU die Sanktionen gegen den Iran gelockert hat, will Oberbürgermeister Salomon im Oktober mit einer Delegation in die Partnerstadt Isfahan reisen.

  1. Seit 14 Jahren Partner: Freiburg und Isfahan Foto: ingo schneider

In die Beziehungen zwischen Freiburg und Isfahan kommt neues Leben: Im Oktober will Oberbürgermeister Dieter Salomon mit einer Delegation, der auch Stadträte angehören sollen, in die iranische Partnerstadt reisen. Seit 2005 lag die 2000 besiegelte Städtepartnerschaft auf offizieller Ebene auf Eis. Als der damals neu gewählte iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad eine Hass-Rede über Israel gehalten hatte, sagte Salomon damals seine geplante Reise kurzfristig ab. Danach gab es keine Besuche von Politikern mehr, zu groß war die Angst der Freiburger, instrumentalisiert zu werden.

Ganz beenden wollte man im Rathaus – Freiburg ist die einzige deutsche Stadt, die eine Partnerschaft mit einer iranischen Stadt unterhält – die Beziehung allerdings nie. Zuletzt debattierte der Gemeinderat im Dezember 2010 kontrovers über die Beziehung. Anlass waren Berichte über gravierende Menschenrechtsverletzungen und die drohende Steinigung einer angeblichen Ehebrecherin.

Nie abgerissen sind hingegen die Kontakte zwischen den Einwohnern und Verwaltungen beider Städte. Im April wird die 24. Gruppe Freiburger Bürger in die iranische 1,75-Millionen-Stadt aufbrechen. Da die Nachfrage so groß war, folgt kurz darauf eine weitere, und schon für den Herbst ist eine dritte Bürgerreise geplant. Bereits am kommenden Donnerstag wird eine Gruppe aus Isfahan in Freiburg erwartet. Dass die Rathausspitze nach Isfahan fliegen will, habe sie alleine entschieden, Ratschläge aus dem Auswärtigen Amt habe es nicht gegeben, sagt Günter Burger, Leiter des städtischen Referats für internationale Kontakte. Im Auswärtigen Amt habe man die Städtepartnerschaft stets begrüßt. Auslöser für Salomons Entscheidung, nun zu reisen, sei gewesen, dass die EU nach der Wahl des neuen Präsidenten Hassan Rohani, der als gemäßigter gilt, das Embargo gelockert habe. Voraussetzung dafür, dass die Freiburger Delegation im Herbst tatsächlich nach Isfahan aufbricht, sei natürlich, dass sich im Iran bis dahin nichts zum Negativen entwickle und die Entspannungspolitik fortgesetzt werde, sagt Burger. „Stand heute können wir reisen.“

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Das freundliche Gesicht des jungen Iran | Kurier.at

Wer den Iran bereist, muss viel Scheu und ein paar Mühen überwinden. Dafür empfängt einen dieses Land mit einer einzigartigen Kultur und seinen stolzen, weltoffenen und gastfreundlichen Menschen.

Womit man als Tourist am allerwenigsten rechnet, ist, selbst fotografiert zu werden. Im Iran hat man sich rasch daran gewöhnt. Ob man nun in Shiraz vor dem Grabmal des berühmten Dichters Hafis steht, oder staunend über den gigantischen Imam-Platz in Isfahan schlendert, plötzlich steht ein junges Paar vor einem, oder eine kichernde Gruppe Mädchen. Das Lächeln fällt vielen von ihnen leichter als Englisch, doch früher oder später verständigt man sich. Ein Foto, zusammen mit dem Gast aus dem Westen wünschen sich die meisten. Wenn dann mit der Kamera und ein paar freundlichen Worten der Bann gebrochen ist, packt viele der jungen Iraner die Neugier. „Kann ich eine Unterhaltung mit Ihnen haben“, fragt einer höflich und ein anderer wird bei dem Fremden gleich seinen ganzen Ärger über das Regime los, das sich einfach überall in sein Leben einmische: „Ich hab’ keine Lust mehr, ständig kontrolliert zu werden.“

Noble Zurückhaltung

 

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Foto: Konrad Kramar

Für wen sich das alles nach Belästigung anhört, wie man sie in vielen Ländern des Orients erleben muss, der liegt völlig falsch. Die Perser sind ein stolzes Volk, stolz vor allem darauf, anders als ihre arabischen Nachbarn zu sein. Hier drängt man sich keinem Gast auf, überschreitet nie die Grenze der Höflichkeit.

 

 

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Foto: KURIER/Claudius Rajchl

Auffallend ist das etwa bei einem Spaziergang über einen der alten Bazare wie in Isfahan. Wer, geprägt von Erfahrungen aus Nordafrika, sich auf einen Spießrutenlauf durch aufdringliche Verkäufer vorbereitet, ist fast irritiert, wie lange Händler ihre Kunden in Ruhe die Ware begutachten lassen, bevor sie sie sich um sie kümmern.

 

Kein Ramsch

Natürlich wird auch im Iran gefeilscht und gehandelt, wird bei den Geschichten rund um Ware und Preise lustvoll übertrieben, doch all das läuft in einer Atmosphäre ab, in der man sich nie unwohl und vor allem immer wirklich willkommen fühlt. Dazu kommt die galoppierende Inflation, die für die Iraner zwar das Leben furchtbar teuer macht, macht es für den Fremden aber billig.

 

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Foto: Konrad Kramar

Es gibt unzählige Gelegenheiten, um einzukaufen, nicht nur im Bazar, auch in den modernen Geschäftsstraßen. Hier gibt es natürlich Teppiche, aber auch Tücher, Gewürze, kurz die ganze Vielfalt des Orients gibt. Anders als in den üblichen Massendestinationen in Nahost, wird man nicht mit Ramsch für Touristen überhäuft. Schließlich gibt es davon derzeit nur herzlich wenige.

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What the world will learn from Iran’s election

By Robin Wright

The field of candidates may be limited, but the outside world can still learn a lot from Iran’s 2013 presidential poll. The election will provide three pivotal metrics about the Islamic republic now that the Ahmadinejad era is ending.

      First, the (real) turnout at the polls will indicate how many Iranians still have an interest in the world’s only modern theocracy. The government is quite obsessed with the number of people who vote to prove it still has a public mandate. Voting has become almost an existential issue for the ruling clerics.
      “A vote for any of these eight candidates is a vote for the Islamic Republic and a vote of confidence in the system and our electoral process,” Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei said in a public appeal on June 4. He charged that the outside world was plotting to ensure a low turnout. Leaders clearly hope at least 60 percent of the estimated 50 million voters will turn out.
            Second, reaction to the results will signal whether the public deems the election process itself legitimate. It’s no small issue. Many Iranians believed the 2009 presidential poll was fraught with fraud—and that Ahmadinejad was not really reelected. The reaction sparked the greatest challenge to the Iranian regime since the 1979 revolution. It gave birth to a new opposition movement. Lies den Rest dieses Beitrags

Iran Today: Presidential Election — The Significance of Funerals and Football

Iran’s Presidential candidates seized the opportunity on Tuesday to make political capital from two important events — the ceremony commemorating the death of Ayatollah Ruhollah Khomeini and Iran’s victory over Qatar in a World Cup qualifying match.

Candidates Saeed Jalili and Mohammad-Baqer Qalibaf at Tuesday’s ceremony on the anniversary of the death of Ayatollah Khomeini

A Jalili supporter outside the ceremony

Moderate candidate Hassan Rouhani did not attend the Khomeini ceremony. Instead, he grabbed headlines by travelling to Isfahan to attend the funeral of Grand Ayatollah Jalaleddin Taheri. Lies den Rest dieses Beitrags

Persian Press on the Race: June 4

The Iran Election Update is a daily summary of up-to-date information with links to news in both English and Farsi.

June 4, 2013
  • Ahead of tomorrow night’s second televised presidential debate with all the candidates, Mehr News has published a list of 30 questions asked by “cultural experts” because the theme of the debate is society and culture. Some of the topic questions include “government interference in media, politicization of culture, job security for artists, the relationship between government and films, Iranian cinema in the international arena, candidate familiarity with art, and the struggling theater arts situation” to name a few.
  • Tabnak News posts the uncensored version of presidential candidate Mohsen Rezaei’s first TV campaign documentary. The 25-minute documentary discusses social ills such as poverty as well as domestic political challenges. Rezaei has been campaigning in the northern Iranian province of Golestan, and according to Tabnak, the crowd in the northern city of Sari was so large that Rezaei was barely audible at some points during his speech. Photos reveal the large energetic crowd. While trying to appeal to artists ahead of the cultural debate, Rezaei said, “It’s not right for our artists to be forced to leave Iran (exiled), the first thing I will do for art is take the political and security foothold out of culture, art, sports, and architecture.” Photos of Rezaei supporters in the northern city of Gorgan demonstrate his popularity as well as the wide age range of his supporters.
  • In a six-minute clip of a promotional campaign video for candidate Ali Akbar Velayati, the presidential candidate becomes emotional as he watches old footage of himself and begins toweep as images of the late Ayatollah Khomeini in his final days are shown.
  • While addressing a ceremony at Imam Khomeini’s Mausoleum in southern Tehran to commemorate the 24th anniversary of the passing of the founder of the Islamic Republic, Ayatollah Khomeini, Supreme Leader Ayatollah Khamenei said, “I don’t have an opinion on any of the candidates,” and “every vote in the election is a vote of confidence in the electoral process.” At the same ceremony, the grandson of the late Ayatollah Khomeini, Seyed Hassan Khomeini, stated, “We are hopeful that with these elections, we can fix our current (political) situation.” Photos of the event reveal President Ahmadinejad, former president Hashemi Rafsanjani, current head of the judiciary Sadegh Larijani, and his brother, Speaker of Parliament Ali Larijani all being present as well.
  • In a televised interview, candidate Hassan Rouhani said, “I have no problem working with Principalists or Reformists, I have a problem with extremists…and I have come to replace extremism with moderation.” ISNA posts photos of Rouhani campaigning in the city of Isfahan, as well as photos of candidate Saeed Jalili making a late-night campaign visit to the southern city of Ahvaz.
  • While visiting the city of Qazvin, candidate Mohammed Reza Aref said, “Hashemi Rafsanjani and Mohammed Khatami need to review the situation, after in which they should decide if I stay or quit the race.” There has been much speculation if Aref will step down in favor of Hassan Rouhani.
  • Fars News posts photos of candidate Mohammed Bagher Qalibaf making a campaign stop at the University of Lorestan in the western city of Khorramabad. Qalibaf told his supporters, “Lorestan is one of the most deprived provinces in Iran, the lagging of this province is an old wound and I have promised myself that it is my responsibility and priority to address the needs of this province.”
  • In Esfahan today, during the funeral procession of Ayatollah Jalal Al-Din Taheri, a close confidant of the late Ayatollah Khomeini and supporter of the Green Movement, parts of the extremely large funeral procession began to chant “death to the dictator,” as well as other slogans supporting the Green Movement. BBC Persian provides a video clip in which people are chanting, “Mousavi and Karroubi must be freed!” Presidential candidate Hassan Rouhani was said to be present in the funeral procession as well.

 

Der Aufstand der Händchenhalter

 

Reportage: Die Wahl kümmert die Jugend des Landes kaum. Sie wollen mehr Freiheit – oder einfach fort.

Die Präsidentenwahl hin oder her, Politik interessiert Farough und seine Freunde einfach nicht mehr. „Ständig mischt sich diese Politik überall in mein Leben ein“, ärgert sich der 23-jährige Student: „Ich kann keine Party machen, keine Ausstellung, nichts, ohne dass ich mich hundert Mal anmelden muss und ständig kontrolliert werde.“ Doch das ist nur einer der Gründe, warum der angehende Bauingenieur an diesem Vormittag vor der deutschen Botschaft in Teheran Schlange steht. Er und seine Freunde – Physiker, Mathematiker, Informatiker sind darunter – wollen weg, und Deutschland ist derzeit das westliche Land, bei dem junge Iraner die besten Chancen auf ein Visum und einen Studienplatz haben.

No Future

Jeder dritte Junge aus dem Mullah-Staat spielt ernsthaft mit dem Gedanken, seine Heimat zu verlassen – und das in einer Gesellschaft, in der mehr als 60 Prozent unter 30 sind. Es sind die gut ausgebildeten, urbanen Iraner, die gehen, einfach, wie es Nariz, eine Englischlehrerin aus Isfahan, ganz simpel deutlich macht, „weil wir eine Zukunft haben wollen“.

Und die kann ihnen dieses Land immer weniger bieten. Die Sanktionen des Westens haben die chronische Wirtschaftskrise weiter verschärft. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt offiziell bei 20 Prozent, die realistische Zahl ist weit darüber.

Mehr als 30 Jahre nach der Islamischen Revolution, sind bei den meisten die Träume von einer Reform des Mullah-Regimes verflogen. Dass ältere Iraner auf Hashemi Rafsandjani, den 76-jährigen millionenschweren Ayatollah, als Präsidenten setzen und von ihm mehr politische und gesellschaftliche Freiheiten erhoffen, darüber können viele Junge nur bitter scherzen. „Ein 76-jähriger schwerreicher Geistlicher. So einem wollte ich schon immer meine Sorgen anvertrauen“, will Saeed beim Plaudern in einem Teheraner Teehaus von derartigen Aussichten nichts wissen.

Kleines Stück Freiheit

Die Teehäuser, das ist ein kleines Stück alltäglicher Freiheit, das sich junge Iraner geschaffen haben. Hier trifft man sich zum Rauchen der Shisha, der Wasserpfeife, zum Teetrinken und einfach, um einmal locker und entspannt beieinanderzusitzen: Burschen und Mädchen gemeinsam.

Keine Alltäglichkeit in diesem Land, wo die Behörden das Zusammentreffen der Geschlechter überall mit Argwohn verfolgen. In den öffentlichen Parks, wo Pärchen die angenehme Frühlingssonne genießen, sind regelmäßig Polizisten oder Vertreter der Revolutionsgarden als Sittenwächter unterwegs.

Doch auch wenn die meist in Zivil auftreten, die Jugendlichen sind viel zu erfahren im Umgang mit dem Sitten-Diktat des Regimes, um nicht zu wissen, mit wem sie es da zu tun haben. Sobald die üblichen Verdächtigen durch den Park streifen, rücken die Pärchen ein Stück auseinander, werden die Kopftücher der Mädchen wieder ein paar Zentimeter tiefer in die Stirn gezogen.

Kleine Rebellion

Manche Jugendliche aber nehmen die Herausforderung inzwischen an. „Ich lass mir das Händchenhalten mit meiner Freundin nicht verbieten“, macht sich ein Parkbesucher in Isfahan stark: „Denen erzählen wir einfach, dass wir schon verlobt sind.“ Solche kleinen Rebellionen können allerdings auch übel ausgehen, immer wieder passiert es Mädchen, dass sie von den Sittenwächtern Prügel kassieren.

Doch im Allgemeinen hält sich Ahmadinejads Regime – bei aller radikalen Rhetorik – mit öffentlicher Gewalt zurück. Da versucht man lieber, mit neuen bürokratischen Hindernissen den Freiheitsdrang der Jugendlichen auszubremsen. In Städten wie Isfahan und Shiraz sperren die lokalen Behörden immer häufiger Teehäuser zu. Einen Vorwand, irgendeine vernachlässigte Vorschrift findet sich immer, um wieder einen dieser Treffpunkte stillzulegen.

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Weitere Mutter mit Kind festgenommen

Elham Rouzbehi Foto: HRANA

 

Die persischsprachige Human Rights Activist News Agency HRANA weist am 28. April 2013 auf die Inhaftierung einer vierten Bahá’í mit ihrem Baby in Semnan hin. Dem Bericht zufolge handelt es sich um Elham Rouzbehi, die mit ihrem ein Jahr alten Kind am Samstag, 27. April, bei den Behörden vorstellig wurde, sofort festgenommen und in Semnan ins Gefängnis überführt wurde.

Sie war zum ersten Mal im Februar 2011 festgenommen worden. Nach einem Monat wurde sie nach Hinterlegung einer Kaution aus der Haft entlassen. Am 25. Januar 2012 wurde sie wegen Propaganda gegen die herrschende Ordnung und Gruppenbildung zur Beeinträchtigung der Sicherheit zu drei Jahren Haft verurteilt. Dieses Urteil ist im Sommer vergangenen Jahres in zweiter Gerichtsinstanz in 24 Monaten Haft geändert worden.

Sie wohnte seit über einem Jahr in Isfahan und wurde zur Vollstreckung des Urteils in das Gefängnis von Semnan geladen. Damit befinden sich zurzeit vier Frau, die Baha’i sind, zusammen mit ihren Kleinkindern in Semnan im Gefängnis.

 

Impulsive Musik, ruhiger Musiker – Mohammad Reza Mortazavi

Das klassische persische Instrument Daf (Bild: spa/picutrealliance/Caroline Seidel)Das klassische persische Instrument Daf (Bild: spa/picutrealliance/Caroline Seidel)

Impulsive Musik, ruhiger Musiker

Der iranische Percussion-Künstler Mohammad Reza Mortazavi

Von Anna Marie Goretzki

Seine Hände pochen, trommeln, krabbeln, fliegen, streichen, schnipsen. Mohammad Reza Mortazavi ist einer der bekanntesten Musiker auf den klassischen persischen Instrumenten Tombak und Daf, deren Spielweise er revolutioniert hat.

Mortazavi: „Musik ist meine erste Sprache.“

Eine lichtdurchflutete Wohnung am Waldrand von Buckow in der Märkischen Schweiz. Ein Raum mit der Wirkung eines Saales ist gleichzeitig Küche, Wohnzimmer und Probenraum. Auf dem Herd brodelt persischer Schwarztee mit Safran. Seit wenigen Monaten erst lebt Mohammad Reza Mortazavi hier mit seiner Lebensgefährtin, der Künstlerin Monika Przewoznik.

Mortazavi: „Ich bin viel unterwegs auf meiner Tour. Wenn ich zurück komme, nach Hause, möchte ich an einem Ort leben, wo viel Klarheit und Ruhe da ist. Ich versuche, dass ich treu bei der Musik bleibe und keine anderen Sachen mich beeinflussen.“

In Buckow scheint genau das möglich zu sein: aus der offenen Wohnküche fällt der Blick auf eine Trauerweide, einen kleinen Bach und einen Komposthaufen. Wenn es dämmert, kommt ein Reh vorbei und bedient sich dort an den Essensresten, erzählt Mortazavi, während die ersten Frühlingsgeräusche zur offenen Balkontür herein dringen. An der Wand lehnt eine Daf, daneben stehen mehrere Tombaks. Er greift sich eine der persischen Handtrommeln: Lies den Rest dieses Beitrags

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