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DLF| Berlin – Erstmals Graffiti-Kunst aus dem Iran

In der Somos-Galerie in Berlin Kreuzberg wurde die erste iranische Graffiti-Ausstellung eröffnet. Insgesamt werden 26 Arbeiten von fünf iranischen Graffiti-Künstlern präsentiert. Sie beinhalten vor allem persische Schrift.

Von Bamdad Esmaili

„Graffiti ist International, hat nicht nur mit Nationen zutun, kommt von Hip-Hop. Und ich weiß, dass man wenig weiß über die persische Kultur hier in Deutschland. Deswegen interessiert mich diese Ausstellung speziell“, sagt diese Besucherin, die draußen in der Schlange steht, um reinzukommen.

Bei der Eröffnung der Ausstellung „Tehran 94“ war die Resonanz riesig. Allein gestern bei der Eröffnung kamen rund 1.000 Besucher in diese kleine Galerie in Kreuzberg. Die Leute mussten sich zum Teil bis zu einer Stunde draußen anstellen, weil es drinnen zu voll war. Wer geduldig war, kam dann endlich rein.

Eine Band spielte elektronische „Sweet-Pop“ Musik während die Besucher sich die Bilder ansahen. Bunte persische Schriftzüge in DIN A 4 Format und auch ein mal einen Meter große Abzüge der Wandmalerei aus Teheran sind im ineinander verschachtelten Raum zu sehen.

„Also ich war davor schon zu paar Ausstellungen zu iranischer Kunst und dachte: Das ist mal was anderes. Vielleicht einfach mal schauen, wie es so aussieht.“

„Ich habe es gesehen im Internet und ich bin sehr an Teheran, Iran interessiert.“

Gesprühte Bilder mit persischer Schrift

Bei der Graffiti-Ausstellung „Tehran 94“ geht es vor allem um gesprühte Bilder mit persischer Schrift – also Kalligrafie. Man sieht zum Beispiel Textzeilen von einem bekannten iranischen Rapper oder Sprüche über einen berühmten iranischen Ringer. Der 23-jährige Graffiti-Sprüher Oham, der diese Ausstellung zusammengestellt hat, verfolgt damit mehrere Ziele.

„Ein Ziel war es eine ausführliche Ausstellung zu konzipieren und zu zeigen, dass es Graffiti auch im Iran gibt. Es gibt diese Sprühkunst, es gibt, Rap, es gibt den Tanz. Nur ihr seht das nicht, weil das vielleicht in den Medien hier nicht gezeigt wird. Das war ein wichtiges Anliegen für uns. Zu zeigen: Der Iran ist nicht das was ihr vielleicht denkt.“

In diesen Tagen ist der seit zwei Jahren in Dortmund lebende Oham besonders glücklich, dass es zu einer Einigung im Atomkonflikt mit dem Iran gekommen ist.

„Wir haben uns sehr gefreut. Weil nach dieser Einigung waren die Leute noch neugieriger zu erfahren, was im Iran so passiert.“

Und genau so war es auch. Auf der Facebook-Seite der Veranstaltung „Tehran 94“ haben bis jetzt mehr als 11.000 Leute angegeben, dass sie die Ausstellung besuchen wollen. Damit hätten Oham und seine Freunde überhaupt nicht gerechnet.

„Wir dachten so etwa 1.000 oder höchstens 2.000 Leute werden kommen und sich die Bilder angucken. Aber das Interesse ist viel größer als wir dachten. Und dazu kommt natürlich, dass wir stolz sind, gute Künstler aus dem Iran bei dieser Ausstellung dabei zu haben.“

Schwierig im Iran als Graffiti-Künstler zu überleben

Insgesamt werden 26 Arbeiten von fünf iranischen Graffiti Künstlern gezeigt. Und zudem läuft ein Film über die Graffiti-Szene im Iran. Persönlich sind neben Oham aber keine Sprüher nach Deutschland gekommen, weil sie kein Visum bekommen haben. Oham selbst, der vor zwei Jahren nach Deutschland geflüchtet ist, wurde mehrmals im Iran wegen seiner Kunst verhaftet und als Satanist beschimpft. Er weiß wie schwierig es ist als Graffiti-Künstler im Iran zu leben.

„Überall auf der Welt ist es so, dass Du – wenn du als Graffiti-Künstler erwischt wirst – höchstens eine Geldstrafe für Vandalismus zahlen musst. Im Iran ist es anders. Du kommst ins Gefängnis, wirst als Satanist beschimpft und politisch verfolgt. Obwohl ein Graffiti-Künstler, wie der Name schon sagt, ein Künstler ist. Unsere Botschaften in den Bildern sollen auf die Probleme der Menschen aufmerksam machen. Wir reden in der Gesellschaft über die Gesellschaft.“

Vielleicht hätten die Ausstellungsmacher mehr in diese Richtung zeigen sollen. Denn einige Besucher wollten mehr politische Statements sehen oder mehr über die Situation der Sprüher im Iran erfahren. Beides kam zu kurz. Dennoch waren die meisten Besucher positiv überrascht.

„Mega Interessant. Hätte man nicht gedacht, dass die Sprayer-Szene im Iran existiert und auch so offen ist.“

„Es ist sehr interessant zu sehen wie persisches Graffiti aussieht. Das kennt man ja hier nicht. Und dass man die Gemeinsamkeiten sehen kann, das ist einer der großen Leistungen solcher Ausstellungen.“ – „Was sind denn die Gemeinsamkeiten?“ – „Form, Farben, Haltung, Liebe.“

Quelle: Deutschlandfunk

FAZ| Eine Galerie namens Teheran

Unter dem Motto „A gallery as big as a town“ bekommt man in Teherans Straßen derzeit Kunstwerke statt Werbung zu sehen. Hilft Bürgermeister Mohammad Baqer Ghalibaf damit vor allem sich selbst?

10.05.2015, von HANNAH FEILER

© AFPVergrößernDas Projekt „A gallery as big as a town“ zeigt Werke internationaler und lokaler Künstler.

Teherans Oberbürgermeister Mohammad Baqer Ghalibaf hat seine Liebe zur Kunst entdeckt und die Stadt in eine Galerie verwandelt. Wo sonst für Banken oder südkoreanische Geschirrspülmaschinen geworben wird, ließ er Kunstwerke aufhängen – Picasso statt Konsumaufforderung. Zehn Tage lang sind 700 Werke iranischer und ausländischer Künstler auf 1500 Werbetafeln über die Stadt verteilt zu sehen. Der aus Teheran stammende Bildhauer und Maler Saeed Shahlapour ist der Kurator dieses Projekts. Bei der Auswahl der Kunstwerke sei er im Prinzip frei gewesen, habe aber einige Richtlinien befolgen müssen, erklärte er. So stand etwa von Anfang an fest, dass ein Großteil der Werke aus den Ateliers iranischer Künstler stammen sollte. Die übrigen 30 Prozent  zeigen die Gemälde und Fotografien ausländischer Künstler, darunter so große Namen wie Munch, Rembrandt, Picasso oder Henri Bresson-Cartier.

© TWITTERIn Teheran wurde die Stadt über Nacht zur Galerie und zeigt ein Gemälde von David Hockney

Die kuratorischen Bemühungen des Verschönerungskomitees wurden in den sozialen Netzwerken begeistert aufgenommen. Das Interesse an berühmten Gemälden, die man sonst nur in den großen Museen dieser Welt zu Gesicht bekommt, scheint groß zu sein. Gegenüber der New York Times kündigten Einwohner der Stadt bereits an, von nun an öfter ins Museum gehen zu wollen.

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Sudabeh Mortezais fulminanter Durchbruch

MACONDO

MACONDO / Bild: Freibeuter Film 

Sudabeh Mortezai mied die Filmakademie, um sich ihre Kreativität zu bewahren. Ihr erster Spielfilm „Macondo“ gilt schlichtweg als Meisterwerk.

 (Die Presse)

In Ludwigsburg als Tochter iranischer Einwanderer geboren, in Teheran aufgewachsen, mit zwölf nach Wien gekommen und beim Film gelandet. Dazwischen liegen Matura, das Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien und eine zweijährige Filmausbildung an der University of California in Los Angeles. „Dort habe ich elementare Dinge über das Filmemachen gelernt – und zwar quer durch alle Bereiche“, blickt Drehbuchautorin und Regisseurin Sudabeh Mortezai zurück.

„Alles andere habe ich mir im Wesentlichen selbst beigebracht. Ich bin Autodidaktin und bin mir nicht sicher, ob mir das rigide System einer Filmschule nicht sogar meine Kreativität ausgetrieben hätte.“ 2006 folgt ihre erste abendfüllende Dokumentation „Children of the Prophet“, die hervorragende Kritiken bekommt und in ganz Österreich im Kino läuft. Der zweite Dokumentarfilm „Im Bazar der Geschlechter“, der die im Iran weitverbreitete Praxis der Zeitehe beleuchtet, avanciert 2009 europaweit zum Festivalerfolg und ebnet Mortezai den Weg zum ersten Langspielfilm „Macondo“, der am 14. November ins Kino kommt und den vorläufigen Höhepunkt in der Karriere der 46-Jährigen markiert.

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Traditional elements shine in Iran’s modern art

Artist Gizella Varga-Sinai sits next to her painting, „Mazenderan(North 5)“ June 28, 2009. (photo by Gizella Varga-Sinai)

Gizella Varga-Sinai’s artwork doesn’t simply boast beauty, it recites poetry in volumes. Her “Kallehpaz” — one of the hundreds of paintings reflecting her love of Iran, Persian culture and everyday life — has found a permanent home at the George Pompidou Cultural Center in Paris.

Varga-Sinai has lived in Iran since 1967. Originally Hungarian, her passion for Persian culture probably exceeds most cultured Iranian artists. She speaks Farsi fluently with an elegant and poetic choice of words, yet with a perfect grasp of modern everyday literature.

The artist’s newest project is an amazing series of work exhibited in several countries and soon to be unveiled in Tehran. While working on this project, she is also passionately pursuing two other cultural projects. One is a short film for an upcoming festival in Tehran, a project she agreed to do to encourage Iranian youths to pursue the arts. She will also spend some time in the south of Iran to work on an art project about the Persian Gulf.

When asked in a telephone interview with Al-Monitor about young and rising Iranian artists, Varga-Sinai says, “We professional veterans need to work hard to keep up. There are so many promising young artists in today’s Iran. Some of them have this new hobby of meeting up and gathering in art galleries. A large number of upscale modern art galleries have sprung upon the artistic scene of Tehran over the recent year. Most exhibitions open on Fridays, when people are off work and traffic is surmountable. A lot of young artists and art lovers have set this tradition of meeting up at these art galleries. Girls doll up and boys dress impeccably, and they spend their Friday afternoons seeing art and mingling. It’s amazing.”

I ask Varga-Sinai about the current condition of the arts in Iran, and whether she has observed any notable developments under the presidency of Hassan Rouhani. She replies, “During [Mahmoud] Ahmadinejad’s presidency, pretty much everything in the artistic sphere was on hold. There was no activity. Over the past year, however, fresh blood is running into the veins of modern arts and artistic events in Iran. A lot has already evolved, and much is changing for the better.”

Varga-Sinai recently unveiled her travel book on Georgia, about her first trip to the country. She tells me she found it a great experience. She says, “Although the country is so close to Iran and I travel so much, I had never been there before. I love the post-socialist freedom that has brought about so many artistic virtues in Georgia, particularly among the youth. I related to that entire ambience.”

Gizella Varga-Sinai was born in Budapest at the height of World War II. The story of her life, family and upbringing is a one-of-a-kind tale spiced with everlasting longing to discover the East and yearning to decode the West. She moved to Vienna and then to Iran with her renowned filmmaker husband, Khosrow Sinai, and eventually called Tehran her home and herself Gizella Varga-Sinai.

Varga-Sinai is an artist I know well, and I have lived through the decade of not seeing her by following her artwork. She is a true artist who lives art, practices painting and preaches poetry distant from the conventional narcissism and negativity of many artists. She’s modest and cheerful and ever ready to explore and experience. So when she gathers this all into a collection reflecting her worldwide travels throughout the years, accentuating elements that have affected her work, the collection becomes a must-see.

“The last bit I’ve added to the bits and pieces symbolizing my life over the years is a copy of my national card [a relatively recent addition to Iranians’ personal identification documents]. The strong point of this exhibition is that it could be folded up and then spread out fairly easily. So it’s quite portable, although showing it with all the installation along with it requires ample space.”

In this new collection of Varga-Sinai’s art, you see her wearing slip-on shoes and carrying her brown suitcase with a maple leaf on it. She is placing her belongings and her faith in the suitcase en route to Vienna from Budapest, on the „Viennese Waltz,“ the name of the train running over the Danube between Budapest and Vienna. At an exhibition in Budapest, her daughter played her as a young aspiring dreamer. She herself was, of course, the eternal dreamer, present in the exhibition as the Varga-Sinai of today. She says she would love to show her recent work in the United States and is open to invitations to exhibit the collection.

Varga-Sinai calls herself a „Hungarian wanderer in Iran,“ which is the title of her newest batch of artwork as well. She knows Iran very well, and always speaks of the Iranian cultural, literary and natural elements that have helped shape her work over the years. She used to visit Hungary more often, when her mother was alive. In recent years and in the wake of her mother’s passing, however, she has been visiting her homeland less frequently, and has been staying more in Iran — her other and beloved homeland, as she calls it.

One of Varga-Sinai’s new creations is what she refers to as her „magical veil.“ On it, she has printed pictures of herself over the years and in the countries where she has lived, and elaborated on them with symbols of those countries and those eras. Her passport photo (in a socialist Hungarian passport, symbolizing her country as she left it), her picture combined with the lion-and-sun symbol of the Iranian flag before the revolution, and a copy of her Iranian national card are among the images. I ask her the reason she chose a white veil to collect all these symbols and elements. Varga-Sinai replied, “It bears a feeling of home, of Iran and my love of Iran. Traditional Iranian women still wear a white veil with a colored floral print when they want to go outside the house in the yard, or to run a quick errand nearby. This is the familiar veil, the chador. And mine bears its imprinted magic of the years and times.”

Gizella Varga-Sinai is an artistic phenomenon. Once, years ago, she told me, “Hungarians used to be nomads, and I think that may be the root of my passion for the East, and for Iran. Who knows? Perhaps, in another life, I was born and bred in Iran.”

Source: AL-Monitor

daStandard.at| Ein Stück Iran in Hamburg

Hamburg ist die Stadt mit der zweitgrößten iranischen Community in Europa, so heißt es zumindest. daStandard.at hat einige aus dieser Gemeinschaft auf einem Vereinstreffen in der Hansestadt kennengelernt

Im Elham Samili Tehranis Wohnzimmer herrscht gute Laune. Eines der regelmäßigen Vereinstreffen des Hamburger „Diwan“ steht an – heute Abend sind auch neue Mitglieder gekommen. „Der Verein ist eine Initiative von iranischstämmigen der zweiten Generation in und um Köln, die mittlerweile auch Hamburg erreicht hat“, erzählt Mohammad Farokhmanesh, der die Projekte in der Hansestadt verantwortet. Es geht vor allem um Kultur: Musikveranstaltungen, große und kleine Konzerte, also kreative Zusammenkünfte aller Art.

Vierzehn Iraner verschiedener Altersgruppen und mit unterschiedlichen Herkunftsgeschichten sind heute Abend zusammengekommen. Hamburg scheint für viele Iraner erster Ankunftsort und ein Tor zu Europa zu sein. Laut Statistik Nord leben gut 18.000 Deutsche mit iranischem Migrationshintergrund hier, das „Hamburger Abendblatt“ berichtet von 10.000 bis 25.000. Damit soll Hamburg „nach London die zweitgrößte iranische Gemeinde in Europa“ beherbergen. Die Zahlen gehen auch deshalb auseinander, weil viele Iraner die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen, somit auch als Deutsche gezählt werden. Aber warum gerade Hamburg?

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Lange hanseatische Tradition

„Die Stadt pflegt eine lange Tradition guter Beziehungen zum Iran“, sagt Sonja Moghaddari. In ihrer Doktorarbeit, die sie am Genfer Institut für internationale Studien und Entwicklung verfasste, hat sie sich mit der iranischen Gemeinschaft in Hamburg, ihren Entwicklungen, Veränderungen und Besonderheiten auseinandergesetzt. „In Hamburg kennt fast jeder Deutsche mindestens einen Iraner, also ist die Community sehr präsent“, resümiert die Deutsch-Iranerin.

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The Tabatabaeis‘ House in Kashan: A Persian Architecture Jewel

The Tabatabaeis‘ House is a historic house in Kashan, Iran. The house was built in early 1880s for the affluent Tabatabaei family. It is 4730 square meters in area and it consists of four courtyards, delightful wall paintings with elegant stained glass windows and includes other classic signatures of Traditional Persian residential architecture such as biruni and andaruni. In traditional Persian residential architecture, the andaruni, is in contrast to the biruni, and is a part of the House in which the private quarters are established. This is specifically where the women of the House are free to move about without being seen by an outsider. The only men allowed in the Andaruni are those directly related to the Lord of the House (his sons) and the Lord himself, which may include boys under the age of puberty, and guests allowed in under special circumstances.

The Tabatabaeis‘ House was designed by Ustad Ali Maryam. He is the same person who later on built the Boroujerdi-ha House for the Tabatabaei’s newly married daughter.

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Cartoons: Iranian women in Metro by Elham Ataei Azar

Elham Ataei Azar was born in 1984 in the city of Tabriz in northwestern Iran. She has earned her Masters in Physics. In this cartoon set, she is displaying 31 digitally created artworks about the different characters of women’s wagons in Tehran Metro.  Ataei Azar held an exhibition in early September in Tehran displaying this group of works as Men Do Not Enter.
The Tehran Metro is a rapid transit system serving Tehran, the capital of Iran. On all Tehran metro trains, the first and last carriages are reserved for women who do not wish to ride with men in the same car. However, women can still ride other cars freely. The Tehran Metro carried an average of 1.26 million passengers a day and 447 million passengers per year in 2009-2010.

boronze (Tanned)

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