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DW| OPPOSITION IM IRAN: Was bleibt von der „grünen Bewegung“ im Iran?

Landesweite Massendemonstrationen forderten das iranische Herrschaftssystem 2009 heraus. Aber die „grüne Bewegung“ wurde unterdrückt, und die aktuellen Spannungen am Golf sind für ihr Wiedererstarken nicht günstig.

Vor zehn Jahren stand der Iran am „Rande des Abgrunds“, so die Worte von Chomeinis Nachfolger Ali Chamenei als geistlicher Führer. Eigentlich gemeint hatte er allerdings das 1979 von Ayatollah Chomeini installierte Klerikerregime, die Islamische Republik Iran. Grund waren die landesweiten Massenproteste gegen die von Fälschungsvorwürfen überschattete Wiederwahl des Präsidenten Mahmud Ahmadineschad Mitte Juni 2009.

Die herrschende Schicht wollte unbedingt den drohenden Sieg des Oppositionskandidaten Mir Hossein Mussawi verhindern. Ihr stand das warnende Beispiel von 1997 vor Augen: Damals hatte die Wahl des Reformers Mohammed Chatami zum Präsidenten das herrschende System herausgefordert; dies sollte nicht noch einmal geschehen. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses – unglaubwürdige 63 Prozent für Amtsinhaber Ahmadineschad – gingen Hunderttausende Iraner in den Großstädten auf die Straße.

Bei seiner Siegesparade am 14. Juni bezeichnete Ahmadineschad seine Gegner als „Schmutz und Abfall“. Die so Beschimpften versammelten sich schweigend zu einer Gegendemonstration am 15. Juni im Zentrum von Teheran, es sollen bis zu drei Millionen gewesen sein.

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Menschenrechtsbeauftragter zum Hausarrest gegen iranische Oppositionsführer Karroubi und Moussavi

Anlässlich des vierten Jahrestages des Hausarrests der iranischen Oppositionsführer Karroubi und Moussavi erklärte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung im Auswärtigen Amt, Christoph Strässer, heute (13.02.):

Seit dem 14.02.11 stehen die iranischen Oppositionsführer Mehdi Karroubi, Mir Hossein Moussavi sowie dessen Ehefrau Zahra Rahnavard unter Hausarrest. Ein Gerichtsverfahren wurde bis heute nicht eröffnet. Der Hausarrest entbehrt somit jeglicher rechtsstaatlichen Grundlage.

Ich fordere die iranische Führung auf, den Hausarrest nach nunmehr vier Jahren endlich aufzuheben.

Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert und sich damit verpflichtet, die Rechte all seiner Bürger zu achten und zu schützen. Fortgesetzter willkürlicher Freiheitsentzug ist ein eindeutiger Verstoß hiergegen!

Hintergrund:
Die beiden iranischen Oppositionspolitiker Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi waren 2009 im Präsidentschaftswahlkampf gegen den damaligen Amtsinhaber Ahmadinejad angetreten. Im Zuge der sich nach der Verkündung des Wahlergebnisses formierenden Protestbewegung („Grüne Bewegung“) wurden sie zu deren Repräsentanten stilisiert. Nachdem ihre Bewegungsfreiheit bereits zuvor erheblich eingeschränkt worden war, wurden sie sowie Moussavis Ehefrau Zahra Rahnavard am 14.02.11 unter Hausarrest gestellt. Bis heute wurde keine formale Anklage durch die iranischen Justizbehörden erhoben, der Hausarrest jedoch aufrechterhalten.

Quelle: Auswärtige Amt

Berlin: Künstler vorm Vergessen bewahren – Akademie-Gespräch geht es um Künste und Menschenrechte im Iran

Der iranische Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi (Bild: AP)Der iranische Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi (Bild: AP)

Künstler vorm Vergessen bewahren (anhören)

Im Akademie-Gespräch geht es um Künste und Menschenrechte im Iran

Klaus Staeck im Gespräch mit Susanne Brinkmann

Der iranische Künstler Mir Hossein Mussawi ist Thema beim 49. Akademie-Gespräch in der Akademie der Künste in Berlin. Klaus Staeck spricht mit der iranischen Menschenrechtsaktivistin über die Situation der Künste im Iran.

Über die Umstände von Mir Hossein Mussawi und seiner Ehefrau wisse man derzeit wenig, sagt Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste in Berlin. „Aber seine Situation ist mit Sicherheit keine gute.“ Hausarrest sei ja auch immer eine milde Form von Gefängnis. Mussawi sei zur Galionsfigur der Grünen Bewegung im Iran geworden, eine direkte Anklage gegen ihn gebe es nicht. „Aber das ist ja das Problem, Menschen wie er werden weggesperrt.“ Auch deshalb finde die Ausstellung mit seinen Arbeiten statt. Die Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi, die extra aus London anreist, habe der Kooperationsrat der Grünen Bewegung in Paris vermittelt.

Von dort stammen auch die Blätter mit Arbeiten des Künstlers Mussawi . Woher die Blätter kommen, gehöre zu einem, der Geheimnisse, „die wir erfragen, aber nicht beantwortet bekommen“, sagt Staeck. Angeblich seien sie schon länger im Westen, aber wie und woher die Arbeiten stammen, das könne man nicht so genau sagen, „Wir freuen uns, dass wir sie haben“, sagt Staeck.

Mit Mussawi verbinde die Akademie der Künste, dass der früher auch mal Leiter der Kunstakademie in Teheran gewesen sei. Mit der Ausstellung wolle man Künstler vorm Vergessen bewahren, die wegen ihrer Arbeit und wegen ihres politischen Engagements mit Gefängnis bedroht werden.

 

Press freedom group calls for Mousavi’s release

Reporters Without Borders has expressed deep concern about Iranian opposition leader MirHosein Mousavi, who was hospitalized on Thursday to undergo heart surgery.

The press rights group issued a statement on Friday, writing: “The conditions of Mousavi’s house arrest have damaged his health and he must be released at once. We urge the Supreme Leader, Ayatollah Khamenei, to act quickly to avoid exposing him to further danger. We will hold Khamenei responsible for anything that happens to Mousavi or to the many other journalists who are being kept in detention despite their poor health.”

Mousavi has been under house arrest together with his wife, Zahra Rahnavard, since February of 2011. Reports from Iran indicate that Mousavi, who was taken to hospital with heart complications, underwent angiography and treatment for a blocked artery. He has now reportedly been released from the hospital and returned to house arrest.

Reporters Without Borders said: “Holding political prisoners incommunicado is tantamount to enforced disappearance and violates international law. The Iranian authorities nonetheless resort to such methods systematically with journalists and netizens.”

A number of Iranian activists have called on leaders attending the NAM Summit in Tehran to demand a visit with the two opposition leaders, MirHosein Mousavi and Mehdi Karroubi, who have been under house arrest for more than 18 months.

A letter written by Mousavi supporters addressed to Egyptian President Mohammad Mursi urges him to inquire about the health of MirHosein Mousavi.

Source: RadioZamaneh

Iran: Mousavi family kept from talking about ill opposition leader

Source: Radio Zamaneh

After reports hit the media that opposition leader Mir Hosein Mousavi had undergone surgery in hospital, his brother was quoted as saying that the Mousavi family cannot give out information about his health.

The Kaleme opposition website reported today that following Mir Hosein Mousavi’s angiography procedure, his brother Mir Mahmoud Mousavi told Kaleme that the Mousavi family is not free to discuss the opposition leader’s health with the media.

He was quoted as saying that while the public had the right to know about the situation, that information cannot be disseminated through his family because security considerations have tied their hands.

Radio Farda reported today however that Ardeshir Amirarjomand, a spokesman for the Coordination Council for the Green Path of Hope has infromed them that Mousavi has already been returned to house arrest following his heart treatment.

Iranian state media have been completely silent about Mir Hosein Mousavi’s recent health complications; he had been under house arrest together with his wife, Zahra Rahnavard, since February of 2011.

Mousavi and Mehdi Karroubi, two candidates in the 2009 Iranian presidential elections, challenged the announcement of Mahmoud Ahmadinejad’s victory with allegations of vote fraud. This triggered mass protests, and led to the state targeting protesters, the two candidates and their families in a severe crackdown.

After Mousavi had endured more than 500 days under house arrest, reports from Iran yesterday indicated that he had been hospitalized under strict security measures for the treatment of heart complications.

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