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OVG NRW: Verfolgungsgefahr von Christen im Iran

Leitsatz: 
1. Nach § 60 Abs. 1 Satz 5 AufenthG i.V. m. Art. 9 und 10 Qualifikationsrichtlinie 2004/83/EG liegt eine Verfolgung auch bei gravierenden Eingriffen in die Religionsausübung in der Öffentlichkeit vor (wie EuGH, Urteil vom 5.9.2012 – verb. Rs. C-71/11 und C-99/11 -).

2. Eine Verfolgungsgefahr von Christen im Iran besteht nicht nur für konvertierte ehemalige Muslime, die nach außen erkennbar eine missionarische Tätigkeit entfalten oder eine herausgehobene Rolle einnehmen, sondern insbesondere auch für die Angehörigen einer evangelikalen oder freikirchlichen Gruppierung, die ihre Abkehr vom Islam dadurch nach außen sichtbar werden lassen, dass sie in Ausübung ihres Glaubens an öffentlichen Riten teilnehmen.

(Amtliche Leitsätze)

Schlagwörter:
Iran, religiöses Existenzminimum, forum internum, Religionsfreiheit, Religionsausübung, Religion, religiöse Verfolgung, Konvertiten, Glaubenswechsel, Konversion, freikirchliche Gruppierung, Freikirche, evanglikale Gemeinde, evangelikale Gruppierung, Gottesdienst, christlicher Glaube, Änderung der Rechtslage,

Normen:
RL 2004/83/EG Art. 10 Abs. 1 b, RL 2004/83/EG Art. 9 Abs. 1 a, AufenthG § 60 Abs. 1, Lies den Rest dieses Beitrags

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