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Frauen beim Volleyball im Iran ausgeschlossen

Im Streit um den Besuch von Frauen bei einem Weltliga-Spiel der iranischen Volleyball-Nationalmannschaft haben sich die Islamisten letztlich durchgesetzt.
  • Männer protestieren in Teheran gegen die Anwesenheit von Frauen bei einem Spiel der Volleyball-Nationalmannschaft. Foto: stringer

Den Frauen waren zunächst bis zu 500 Tickets exklusiv zugeteilt worden für die Partie der Männer am 19. Juni in der Asadi-Sporthalle in Teheran. Unter dem Vorwand, dass das Länderspiel gegen die USA ausverkauft sei, sagte der iranische Volleyballverband aber den Besuch der Frauen vorläufig ab.

Die islamistische Gruppe Volkshisbollah hatte in der Vorwoche gewarnt, dass sie den Besuch der Frauen bei dem Länderspiel verhindern wolle, gegebenenfalls auch mit Gewalt. Damit wolle sie «Prostitution in Sportstätten» im Keim ersticken.

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Ein Steilpass in die Tiefe des Sports: Volleyballkrieg

Der Iran sperrt Frauen im Sport aus und sogar ein. Sanktionen gibt es aber nur im kleinen Rahmen. Der Iran wittert eine internationale Verschwörung, kritisiert auch die kritische Haltung von Österreich.

 (Die Presse)

Der Internationale Volleyballverband (FIVB) hat in dieser Woche eine große Chance ausgelassen, hat den Ball einfach ins Netz geschlagen, statt ein noch deutlicheres Zeichen zu setzen. Der Kontrahent heißt seit Wochen Iran, im Volleyball eine große Nummer, in der Welt des Sports aber ein Problemkind. Es geht konkret um die Diskriminierung von Frauen, denn in der Islamischen Republik ist ihnen der Besuch von Fußballspielen verboten. Aber auch Volleyballspiele der Herren dürfen nicht besucht werden.

Der Versuch einer jungen Frau, Ghontscheh Ghawami, sich dem zu widersetzen, hat zur Inhaftierung geführt. Sie war in Einzelhaft, nach Angaben ihres Anwalts wurde sie inzwischen zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt. Da ihr das Urteil noch nicht zugestellt wurde, ist Ghawami in Hungerstreik getreten.

Der Internationale Volleyballverband hat dagegen lautstark protestiert, einen Brief an den iranischen Präsidenten geschrieben, Menschenrechtsorganisationen fordern ihre Freilassung. Wobei der Präsident des iranischen Volleyballverbandes, Reza Davarzani, sagt, Ghawamis Fall habe nichts mit Volleyball zu tun und es unfair sei, „eine Verbindung zwischen einer nicht sportbezogenen Aktivität und unserem Sport herzustellen“. Die offizielle Begründung lautet nun: „Sie hatte Kontakte mit iranischen Oppositionskreisen und wurde daher wegen Propaganda gegen das Establishment angeklagt.“

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FAZ| Volleyball in Iran: Freiheit für Ghoncheh Ghavami!

Sie wollte eigentlich nur das Volleyball-Länderspiel der Männer zwischen Iran und Italien sehen – jetzt wird einer Iranerin dafür der Prozess gemacht, nach mehr als einem Vierteljahr Gefangenschaft.

von EVI SIMEONI

© AFPVergrößernIrans Volleyball-Team um Seyed Mohammad Moussavi Eraghi ist derzeit eine echte Attraktion.

Dieser Dienstag ist ein wichtiger Tag. Ganz besonders für Ghoncheh Ghavami, eine 25 Jahre alte Studentin, die seit Juni in Teheran im furchterregenden Evin-Gefängnis sitzt. Nach mehr als einem Vierteljahr Gefangenschaft, nach 41 Tagen in Einzelhaft, nach Verhören, Besuchsverbot und Hungerstreik, wird ihr jetzt der Prozess gemacht. Ihr Vergehen: Zusammen mit anderen Frauen hat sie am 20. Juni vor dem Azadi Stadion gefordert, das Volleyball-Länderspiel der Männer zwischen Iran und Italien ansehen zu dürfen. Doch der Blick auf Männer in Sportkleidung ist Frauen im Iran nicht erlaubt. Vorgeworfen wird ihr „Propaganda gegen das Regime“.

Ghoncheh Ghavami war erst ein paar Monate im Land, als sie verhaftet wurde. Sie ist in London geboren und ist britische und iranische Staatsbürgerin. Eigentlich war sie nach Teheran gekommen, um Kinder das Lesen zu lehren. Jetzt bringt ihr der Iran die Flötentöne bei.

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